Gewohnheiten überdenken
„Och, war das guuuut!“ raunt es genießerisch vom Tisch gegenüber. Eine ordentliche Portion Nudeln mit Tomatensauce und Käse mussten jetzt schnell herhalten. Für ein aufwendiges Essen war keine Zeit gewesen. Am Nächsten Tag wieder. Nudeln mit Pesto, noch schneller und einfacher. Dann Haferflocken über Nacht („Overnight Oats“) eingeweicht am darauffolgenden Tag, gefolgt von belegten Broten und Schichtsalat, ganz getreu nach dem „Meal Prepping“ Prinzip.
„Hauptsache satt!“ – lautet die Devise. Wenn es dann noch einen Anflug von Gesundheit impliziert, ist die Sache doch gegessen, oder?
Nahrungsaufnahme als Mittel zum Zweck
Was ist denn nun so schlimm an Nudeln, Overnight Oats und Schichtsalat? Kurz gesagt: Diese Dinge sind nur Mittel zum Zweck. Sie spenden uns Energie, Wärme und der Magen ist gefüllt. Aber unsere Zellen und unser Gehirn gehen leer aus. Und der nächste Hunger lässt nicht lang auf sich warten. Ganz besonders auffällig empfinde ich diesen „Trend“ bei heranwachsenden, insbesondere kleinen Kindern, die kaum etwas anderes als raffinierte Kohlenhydrate und ein bisschen Gemüsesticks und Obstmus erhalten.
Einheitsbrei verdirbt den Geschmack
Schnelles, einfaches Essen entfremdet uns immer weiter von den ursprünglichen, naturbelassenen Nahrungsmitteln unserer Region. Und das ist keine übertriebene Auffassung meinerseits, sondern die Realität. Alles soll immer gleichbleibend schmecken und riechen. Convenience Produkte sind wortwörtlich in aller Munde und prägen den Geschmack von Generationen. Gleichzeitig sind viele von uns Mangelernährt, beginnend bei der kleinsten Zelle, nämlich den Kindern.
Und wer ist eigentlich schuld, dass Nestlé, Mondelez und weitere Großkonzerne die Werbekeule, weiterhin an Kinder gerichtet, schwingen dürfen Seit wann ist es zur Normalität geworden, dass Kindern in Restaurants wie selbstverständlich nur Chicken Nuggets, Fischstäbchen und Nudeln angeboten werden, anstatt einfach kleinere Portionen des „Erwachsenen Essens“?
Die Zubereitung macht´s
Das Problem ist omnipräsent und vielschichtig. Zurück also zur Frage, weshalb Haferflocken, Nudeln und Schichtsalat nicht gesundheitsfördernd sind.
Haferflocken sind durch den industriellen Prozess (bedampfen, erhitzen…) ein wertloses Getreide im Supermarktregal geworden. Die gefüllten Tüten sollen eine lange Haltbarkeit aufweisen, um für Supermärkte überhaupt interessant zu sein. An Nährstoffe sind diese Händler nicht interessiert. Milch, häufig zusätzlich homogenisiert und aus Massentierhaltung, bildet ebenso ein minderwertiges Lebensmittel aus der Reihe. Milchersatzprodukte bilden hier keine Ausnahme und sind oft ähnlich unzuträglich für unsere Gesundheit.
Nudeln bestehen aus raffinierten Kohlenhydraten, reinem Weißmehl, und enthalten keinerlei Nährwert. Sie dienen lediglich zur Füllung des Magens und spenden Wärme.
Der Schichtsalat trifft es in dieser Aufzählung wohl am schlimmsten. Raffiniertes, gentechnisch verändertes und entzündungsförderndes Öl (Raps oder Sonnenblume oder billiges Olivenöl), gepaart mit stark belasteten Gemüsesorten (Pestizide und Nitrate) aus dem Gewächshaus ergibt eine leichte Mahlzeit mit viel Auswirkung auf spätere Gefäßerkrankungen und Unterversorgung des Gehirns.
Hinterfragen statt nur zu konsumieren
Wir sollten jetzt anfangen umzudenken und die Verantwortung fürs leibliche Wohl wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Schritt für Schritt, immer mit der inneren Motivation, dass man auch im hohen Alter seine Einkaufstüten und Enkel noch hochnehmen kann.
Praktische Tipps dazu findet ihr auf unserem Blog.
Und um nicht alles schwarz zu malern, hier ein paar direkte Tipps für nahrhafte Nudeln, Haferflocken und Schichtsalat:
Nudeln…
..aus Urgetreide bevorzugen (z.B. Emmer, Kamut)
…in hausgemachter Fleischbrühe kochen oder gleich eine Nudelsuppe daraus zaubern
…selbst herstellen! Lasagneplatten und Maultaschen sind auch ohne extra Zubehör ein tolles Spektakel. Mit etwas Hilfe von Freunden oder mit der Familie wirds zum Event

Haferflocken…
…lieber als ganzes Getreidekorn frisch mahlen oder quetschen (Unverpacktläden, Freunde mit Flockenquetsche oder Mühle, Kaffeemühle nutzen…)
…mit einer traditionellen Zubereitungsmethode (säuern, einweichen, rösten) zubereiten
…auf vorgekeimte Haferflocken zurück greifen („sproutet oats“)
Schichtsalat…
…mit hochwertigem Olivenöldressing zubereiten
…mit Gemüse aus der Region und aktueller Saison anrichten
… mit Croutons aus altem Brot selbst aufpeppen
…mit Saaten und Körnern, die vorher eingeweicht oder geröstet wurden, schmücken
…mit Wildkräutern wie jungen Giersch – und Löwenzahnblättern sowie Brennnesselsamen (Früchte) mehr Mineralstoffe verleihen
Titelbild von Daniel Lindstrom / Pexels


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