Kategorie: Kräuter

  • Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Viel zu tun an warmen Tagen

    Die Tage fühlen sich inzwischen lang, sonnig und warm an. Während das Gemüse in Kübeln und im Freiland langsam bei uns gedeiht, wachsen die Aufgaben ebenso weiter mit jedem Tag. Das wilde Beikraut wuchert kräftig zwischen Steckzwiebeln, Möhrrüben und Dill und bleibt für mich wohl eine begleitende Tätigkeit, die ich persönlich nicht so gern mag. Ich erfreue mich aber als Wildkräuterpädagogin über jedes neu entdecke Wunderkraut in unserem Garten! Die Vielfalt ist wahnsinnig und ich kann mich leider nicht von jedem störenden Kraut im Beet trennen, obwohl ich es oft genug später im Jahr bereue.

    Deftiges Essen zur Stärkung

    So wächst munter der Giersch, der Beifuß, jede Menge Kompass-Lattich und sogar die echte Kamille scheint dieses Jahr „zu viel“ zu werden. Toll zum Sammeln! Und obwohl sich viele bei hitzigen Temperaturen bevorzugt über leichte Kost erfreuen, merke ich an der kräftezehrenden Tätigkeit, dass mir ein bisschen Gemüs mit Soß nicht ausreichend würde.

    So gibt es heute eine feine Quiche mit Vollkornmürbeteig (lange Teigruhe für bessere Nährstoffaufnahme) und einer Füllung aus Hackfleisch, Sahne, saure Sahne, Eiern und etwas Bergkäse. Was gut rein passt? Kräuter! Von Petersilie und Dill brauch ich gar nicht mehr zu sprechen. Giersch, Brennnessel, ein bisschen Sauerampfer, vielleicht ein paar Blätter oder junge Knospen vom Wiesen-Bärenklau? Probieren geht bekanntlich über Studieren und so ist es auch mit Quiche. Hier kommt das Rezept:

    Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Zutaten

    Vollkornmürbeteig (am besten schon am Vortag)

    400g Mehl
    200g Butter
    1 Eigelb
    Salz

    Aus den obigen Zutaten einen Mürbeteig zubereiten und kühl stellen. Er kann auch frisch genutzt werden.

    Füllung

    150ml Milch
    75ml Sahne

    200ml saure Sahne
    4 Eier
    300g Hackfleisch

    Salz, Peffer, Oregano, Majoran, Muskat
    Bergkäse
    Petersilie

    So wird´s gemacht

    Eine Auflaufform gleichmäßig mit dem Mürbeteig auslegen, mit einer Gabel mehrfach einstechen und bei 200 Grad ca. 10 Minuten hell ausbacken.

    In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Hierfür die Milch, Sahne und Eier miteinander verquirlen. Das rohe Hackfleisch klein zupfen und beimengen. Mit Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen kräftig abschmecken und in den vorgebackenen Teig füllen. Nach Wunsch Bergkäse reiben und drüber geben.

    Weitere 25-30 Minuten bei gleicher Hitze backen, bis die Quiche bräunt. Heiß servieren und mit Petersilie garnieren.

    Tipp: Die doppelte Portion Mürbeteig vorbereiten und im Kühlschrank lagern. So hast du für mehrere Tage die Möglichkeit eine Quiche nach deinem Geschmack zu backen!

  • Warum „einfach“ und „schnell“ nicht zufrieden stellt

    Warum „einfach“ und „schnell“ nicht zufrieden stellt

    Gewohnheiten überdenken

    „Och, war das guuuut!“ raunt es genießerisch vom Tisch gegenüber. Eine ordentliche Portion Nudeln mit Tomatensauce und Käse mussten jetzt schnell herhalten. Für ein aufwendiges Essen war keine Zeit gewesen. Am Nächsten Tag wieder. Nudeln mit Pesto, noch schneller und einfacher. Dann Haferflocken über Nacht („Overnight Oats“) eingeweicht am darauffolgenden Tag, gefolgt von belegten Broten und Schichtsalat, ganz getreu nach dem „Meal Prepping“ Prinzip. 

    „Hauptsache satt!“ – lautet die Devise. Wenn es dann noch einen Anflug von Gesundheit impliziert, ist die Sache doch gegessen, oder? 

    Nahrungsaufnahme als Mittel zum Zweck

    Was ist denn nun so schlimm an Nudeln, Overnight Oats und Schichtsalat? Kurz gesagt: Diese Dinge sind nur Mittel zum Zweck. Sie spenden uns Energie, Wärme und der Magen ist gefüllt. Aber unsere Zellen und unser Gehirn gehen leer aus. Und der nächste Hunger lässt nicht lang auf sich warten. Ganz besonders auffällig empfinde ich diesen „Trend“ bei heranwachsenden, insbesondere kleinen Kindern, die kaum etwas anderes als raffinierte Kohlenhydrate und ein bisschen Gemüsesticks und Obstmus erhalten.

    Einheitsbrei verdirbt den Geschmack

    Schnelles, einfaches Essen entfremdet uns immer weiter von den ursprünglichen, naturbelassenen Nahrungsmitteln unserer Region. Und das ist keine übertriebene Auffassung meinerseits, sondern die Realität. Alles soll immer gleichbleibend schmecken und riechen. Convenience Produkte sind wortwörtlich in aller Munde und prägen den Geschmack von Generationen. Gleichzeitig sind viele von uns Mangelernährt, beginnend bei der kleinsten Zelle, nämlich den Kindern.

    Und wer ist eigentlich schuld, dass Nestlé, Mondelez und weitere Großkonzerne die Werbekeule, weiterhin an Kinder gerichtet, schwingen dürfen Seit wann ist es zur Normalität geworden, dass Kindern in Restaurants wie selbstverständlich nur Chicken Nuggets, Fischstäbchen und Nudeln angeboten werden, anstatt einfach kleinere Portionen des „Erwachsenen Essens“?

    Die Zubereitung macht´s

    Das Problem ist omnipräsent und vielschichtig. Zurück also zur Frage, weshalb Haferflocken, Nudeln und Schichtsalat nicht gesundheitsfördernd sind.

    Haferflocken sind durch den industriellen Prozess (bedampfen, erhitzen…) ein wertloses Getreide im Supermarktregal geworden. Die gefüllten Tüten sollen eine lange Haltbarkeit aufweisen, um für Supermärkte überhaupt interessant zu sein. An Nährstoffe sind diese Händler nicht interessiert. Milch, häufig zusätzlich homogenisiert und aus Massentierhaltung, bildet ebenso ein minderwertiges Lebensmittel aus der Reihe. Milchersatzprodukte bilden hier keine Ausnahme und sind oft ähnlich unzuträglich für unsere Gesundheit.

    Nudeln bestehen aus raffinierten Kohlenhydraten, reinem Weißmehl, und enthalten keinerlei Nährwert. Sie dienen lediglich zur Füllung des Magens und spenden Wärme.

    Der Schichtsalat trifft es in dieser Aufzählung wohl am schlimmsten. Raffiniertes, gentechnisch verändertes und entzündungsförderndes Öl (Raps oder Sonnenblume oder billiges Olivenöl), gepaart mit stark belasteten Gemüsesorten (Pestizide und Nitrate) aus dem Gewächshaus ergibt eine leichte Mahlzeit mit viel Auswirkung auf spätere Gefäßerkrankungen und Unterversorgung des Gehirns.

    Hinterfragen statt nur zu konsumieren

    Wir sollten jetzt anfangen umzudenken und die Verantwortung fürs leibliche Wohl wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Schritt für Schritt, immer mit der inneren Motivation, dass man auch im hohen Alter seine Einkaufstüten und Enkel noch hochnehmen kann. 

    Praktische Tipps dazu findet ihr auf unserem Blog. 

    Und um nicht alles schwarz zu malern, hier ein paar direkte Tipps für nahrhafte Nudeln, Haferflocken und Schichtsalat:

    Nudeln…

    ..aus Urgetreide bevorzugen (z.B. Emmer, Kamut)
    …in hausgemachter Fleischbrühe kochen oder gleich eine Nudelsuppe daraus zaubern
    …selbst herstellen! Lasagneplatten und Maultaschen sind auch ohne extra Zubehör ein tolles Spektakel. Mit etwas Hilfe von Freunden oder mit der Familie wirds zum Event

    Haferflocken…

    …lieber als ganzes Getreidekorn frisch mahlen oder quetschen (Unverpacktläden, Freunde mit Flockenquetsche oder Mühle, Kaffeemühle nutzen…) 
    …mit einer traditionellen Zubereitungsmethode (säuern, einweichen, rösten) zubereiten 
    …auf vorgekeimte Haferflocken zurück greifen („sproutet oats“)

    Schichtsalat…

    …mit hochwertigem Olivenöldressing zubereiten
    …mit Gemüse aus der Region und aktueller Saison anrichten
    … mit Croutons aus altem Brot selbst aufpeppen
    …mit Saaten und Körnern, die vorher eingeweicht oder geröstet wurden, schmücken
    …mit Wildkräutern wie jungen Giersch – und Löwenzahnblättern sowie Brennnesselsamen (Früchte) mehr Mineralstoffe verleihen

    Titelbild von Daniel Lindstrom / Pexels

  • Rezept: Deftige Hack-Pfanne mit Kaspressknödeltopping

    Rezept: Deftige Hack-Pfanne mit Kaspressknödeltopping

    Aus der ländlichen Küche

    Knödel sind ein spannendes Küchenthema, an welches ich mich laaaange Zeit nicht heran getraut habe.

    Dann wurde ich von Lisas (Farmhouse on boone) Rezept für „Sourdough Skillet“ inspiriert. Im Familienalltag mit Hausbau, Gartenpflege und dem alltäglichen Chaos traf dieses One Pot Meal meinen Nerv. Eine herzhafte Füllung aus Fleisch, saisonalem Gemüse und Fleischbrühe, getoppt mit einer Schicht aus Sauerteigresten, Eiern und reichlich Käse. Beim folgenden Rezept kommt jedoch der Knödel ins rollen, oder besser gesagt, kommt er auf die deftige Füllung und rundet das Gericht ab. Ich verspreche euch, es ist viel einfacher, als es aussieht. Und schmecken wird es wirklich jedem!

    Rezept: Deftige Hack-Pfanne mit Kaspressknödeltopping

    Zutaten für 1 Pfanne

    Füllung

    300g Hackfleisch und/oder Reste (Braten, Kochfleisch, Hühnerbrust, Wurst, …)
    1 Tasse voll Gemüse, fertig gegart (Kartoffeln, Broccoli, Zwiebeln, …)
    1 Tasse Flüssigkeit (Fleisch- oder Gemüsebrühe, Saure Sahne, Schmand, Saucenreste, …)
    Gewürze nach Wahl
    Kräuter nach Wahl

    Topping (Kaspressknödel)

    250g altbackenes Brot, in Würfel geschnitten
    250ml Vollmilch, warm
    1 Zwiebel, in wenig Butter angebräunt
    1 EL Kräuter nach Wahl
    3 Eier
    150g Bergkäse, klein gewürfelt
    Salz, Pfeffer, Muskat

    So wird´s gemacht

    Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.

    Für die Knödelmasse die Brotwürfel in die erhitzte Milch hineingeben und quellen lassen. Die übrigen Zutaten, bis auf den Käse, hinzufügen und vermengen. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Käse untermengen. Die Masse sollte sich verstreichen lassen. Beiseite stellen.

    Für die Füllung in der Pfanne etwas Fett zerlassen und das Hackfleisch darin bräunen oder, wenn es bereits gegart ist, nur erwärmen. Das Gemüse hinzugeben und nochmals heiß werden lassen. Dann mit der Tasse Flüssigkeit ablöschen, abschmecken und mit Kräutern nach Wahl mischen.

    Die Knödelmasse auf der Füllung verteilen und sofort im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca. 20 Minuten backen, bis es goldgelb ist.

    Auf dem Bild seht ihr folgende Variante:
    Rohes Hackfleisch (Rind/Schwein) mit Zwiebel kräftig anbraten und abschmecken. Dann gegarte Kartoffeln und Kochfleisch hinzugeben, mit Fleischbrühe aufgießen und nochmals abschmecken. Eine Mischung aus Petersilie, Schnittlauch und anderem Grün hinzugeben und mit der Knödelmasse abbacken.

    Dazu passt der obligatorische Blattsalat, wir essen auch gern einfach nur Sauerkraut dazu.

    Hier seht ihr meine Version in ihrer Entstehung.
  • Mit Kräutern durchs Jahr: Schlehe / Schwarzdorn

    Mit Kräutern durchs Jahr: Schlehe / Schwarzdorn

    Allgemeines

    Sind euch schon einmal im Frühjahr die duftenden weißen Blütenmeere in der Landschaft aufgefallen? Das könnten liebliche Schwarzdornsträucher sein und ich persönlich kann es kaum erwarten, dass es bald wieder los geht! Die sparrig verzweigten und bedornten Sträucher können so manchen Spaziergängern etwas grimmig erscheinen, aber unsere heimische Insektenweide ist ein sehr genügsamer Weggenosse des Menschen, welcher uns gleich mehrfach beschenkt.

    Auf den Bildern könnt ihr das prachtvolle weiße Blütenmeer aus dem Frühjahr und die herrlich prallen Früchte sehen, die in der kalten Jahreszeit königsblau durch das nackte Geäst hindurchstechen. Ich finde beim Anblick der anmutigen Früchte wird man ganz poetisch. Die Schlehe ist überhaupt eine Augen- und Bienenweide.

    So erkennst du sie

    Ich habe es bereits oben erwähnt: Die Schlehe ist ein wild verzweigter und bedornter Strauch mit fast schwarzer Rinde. Spätestens im Winter erkennst du sie an den blauen Früchten, die durch ihren hohen Gerbstoffgehalt ein besonders pelziges Mundgefühl hinterlassen.

    So kannst du die Schlehe nutzen

    Gerbstoffe wirken zusammenziehend, entzündungshemmend sowie reiz- und schmerzlindernd. Sobald die blauen Kugeln ihren ersten Frost abbekommen haben, werden sie bereits etwas süßer. Falls man ausreichend Früchte gesammelt hat, findet man spannende Rezepte für „Schlehensaft“, „Schlehenmus“ und natürlich Hochprozentigeres, wie „Schlehenlikör“. Ich könnte mir getrocknete Früchte auch lecker in einer jahreszeitlichen Teemischung vorstellen. Die gesammelten Blüten aus dem Frühjahr lassen sich außerdem zu einem Tee zubereiten.

    Ausprobieren konnte ich leider noch nichts von alledem. Obwohl wir einen Strauch (und noch weit mehr in der Umgebung) haben, der jährlich üppig blüht und fleißig Ableger erzielt, gab es kaum eine Handvoll Früchte. Dafür überrascht uns die heimische Vegetation jedes Jahr aufs Neue mit anderen Genüssen aus der Natur.

  • Ernährung erklärt: Getreide und Antinährstoffe

    Ernährung erklärt: Getreide und Antinährstoffe

    Das moderne Problem

    Es gibt immer mehr Menschen mit Allergien bis hin zu völligen Unverträglichkeiten (z.B. Zöliakie). Das Problem was viele nicht sehen: Es liegt nicht am Getreide, dass wir es allmählich nicht mehr vertragen. Sondern am Umgang mit unseren Nahrungsmitteln.

    Der richtige Umgang

    Der Mensch hat über die Zeit seiner Existenz viele Dinge und Methoden ausprobiert, um das heimische Nahrungsangebot an ihn und seiner Verdauung anzupassen. Viele Nahrungsmittel enthalten, wie z.B. Getreide, sogenannte Antinährstoffe. Für die Pflanzenwelt sind diese unabkömmlich, sie wirken u.a. als Schutzmechanismus gegenüber Fraßfeinden. Durch Ausprobieren und Zufall konnten jedoch Methoden entwickelt werden, um das Getreide für unseren Stoffwechsel besser verwertbar zu machen.

    Traditionelle Zubereitungsmethoden

    Einweichen, Säuern, Rösten, Keimen. Je nach Art des Rezeptes und des verwendeten Getreides können wir uns für eine oder mehrere Methoden entscheiden. „Overnight Oats“ waren nie ein neu dazugekommener Trend – geflocktes Getreide in einem sauren Milieu (wie z.B. Joghurt) einweichen zu lassen wurde bereits lange vor sozialen Netzwerken publik. Wer sich für traditionelle Zubereitungsmethoden interessiert, findet auf meiner Webseite nicht nur Rezepte sondern auch empfohlene Adressen und Bücher dazu. Weitere Beiträge dazu folgen laufend.

    Vollkorn statt Auszugsmehl

    Wer liebt sie nicht – fluffig, weiche Teilchen vom Bäcker. Gefüllt, ungefüllt, mit oder ohne Streusel. Eine Scheibe Toast zu Rührei, Brötchen zum Sonntagsfrühstück. Mittag schnell ein paar Brote für unterwegs geschmiert. Backwaren sind heute längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Mit sichtbaren Folgen für uns alle: Zahnfehlstellungen und Karies, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Hautleiden wie Neurodermitis, Diabetes. Krankheiten die auch unsere Kleinsten nicht mehr verschonen.

    Mögliche Ursachen

    Eine Ursache könnte, neben der inkorrekten Zubereitungsmethode, die Unmengen an uns aufgetischten minderwertigen Auszugsmehlen sein. Frisch gemahlenes Vollkorn, mitsamt dem aktiven Keimling, bringt das reine Naturprodukt mitsamt dem vollen Nährstoffprofil in unsere Zellen. Das Gesamtpaket unterstützt nicht nur die Nährstoffaufnahme und sorgt für bessere Verdaulichkeit – es unterstützt auch den korrekten Stoffwechsel in unserem Körper und verhindert die Blutzucker Achterbahn.

    Auszugsmehle können dies nicht bieten und schädigen in hohem Maße, wenn reichlich konsumiert. Sie bieten Pilzen und schlechten Bakterien in unserem Verdauungstrakt eine reichhaltige Grundlage und fördern zudem eine Unterversorgung im ganzen Körper – das Gehirn mit eingeschlossen.

    Eine Getreidemühle bereichert unsere Küche seit 2021

    Die Produktion eines Standard Brot aus dem Supermarkt

    Man nehme einen X-beliebigen Teig aus einem Auszugsmehl der Wahl, vornehmlich Weizen. Es wird mit Wasser, Salz, einem Triebmittel wie Hefe oder Sauerteig vermischt. Doch hier liegt bereits die Herausforderung: Getreide bzw. das Mehl daraus ist ein naturbelassenes Produkt. In der Industrie werden Schwankungen während der Herstellung und der späteren Qualitäts- und Gleichheitskontrolle nicht gern gesehen. Auch ein Verderb bei längerer Lagerung sollte deutlich eingeschränkt werden.

    Hierfür entnimmt man dem gemahlenen Getreide den Keimling (der auch maßgeblich Anteil am korrekten Stoffwechsels in unserem Körper hat), erhitzt diesen, damit es über einen längeren Zeitraum lagerfähig wird. Im Anschluss wird der inaktive Keimling dem Mehl wieder hinzugefügt, um es als „Vollkorn“ deklarieren zu können. Hinzu kommen allerlei „Mehlverbesserungsmittel“, damit das Mehl z.B. schön hell bleibt, der Teig besser aufgeht, die Porengröße beeinflussbar wird…

    Es wird eine große Menge Hefe hinzugefügt, denn man hat nicht viel Zeit. Der Sauerteig bringt die typische Säure für kräftigeres Brot mit. Dann wird es nach kurzer Reifezeit gebacken und in die Märkte geliefert. Fertig ist der schwer verdauliche, entzündungsfördernde und Blutzuckerunfreundliche locker-leichte Gebäckgenuss mit Folgen. Hungrig geworden? Oder eher nachdenklich?

    Zurück zum nährendes Genuss

    Ab und an ein Teilchen vom Bäcker zu verzehren gehört für viele zum Leben dazu und ergänzt unseren Genuss. Brot, Brötchen und Co. aus dem heimischen Ofen lassen uns nicht nur die Eigenverantwortung für unsere Nahrungsmittel wiedererlangen, sondern fördern auch die Gesundheit und Lebensqualität.

    Wer selbst schon Brote für Familie und Freunde gebacken hat, kennt die Magie hinter frisch Gebackenem (am besten noch warm!). Wer lust bekommen hat, seine eigenen Brötchen zu backen findet hier ein Rezept für einfache Vollkornbrötchen über Nacht. Durch den unkomplizierten Teig und der lange Gehzeit bleibt man flexibel am Backtag und das Ergebnis sind aromatische Brötchen mit Biss – Genuss ohne zu beschweren!

  • Mit Kräutern durchs Jahr: Giersch

    Mit Kräutern durchs Jahr: Giersch

    Allgemeines

    Zipperleinskraut, Geiß- bzw. Ziegenfuß oder Gärtnerschreck. Giersch hat viele berüchtigte Namen, denn er ist kaum aus dem Garten zu bekommen – auch nicht aus unserem! Anstatt ihn zu bekämpfen sollten wir uns Gedanken darüber machen, weshalb das grüne Kraut in manchen Gärten so üppig wächst. Nach manchen Aussagen bedeutet die Präsenz solcher Unkräuter, dass wir Menschen genau diese für unsere Gesundheit benötigen. Und gerade der Giersch strotzt nur so vor vielerorts ungenutztes Potential. Er wird seit langer Zeit aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften als Küchen- und Heilkraut geschätzt.

    So erkennst du ihn

    Dreikantiger Stängel, Dreimal verzweigt und 3 Blätter am Ende eines jeden dieser Stängel. Beim zerreiben riechen die Blätter nach einer Mischung aus Petersilie, Karotte, manche meinen auch nach Sellerie. Als Doldenblütler bildet der Giersch im laufe seiner Entwicklung eine ansehnliche Dolde mit vielen weißen Blüten – ein Schmaus für die Insektenwelt!

    Tipps zum Sammeln und Trocknen

    Frische, junge Gierschblätter (oder getrocknet) können als Tee verwendet werden. Da der Tee recht würzig ist, empfiehlt er sich in einer Mischung. Ausprobieren lohnt sich. Rudi Beiser empfiehlt in seinem Buch „Tee aus Kräutern und Früchten“ das Kraut in Stoffwechselanregenden Teemischungen zu verwenden. Reiner Gierschtee sollte nur wenige Minuten ziehen. Fürs Trocknen gilt: zügig und dunkel.

    Anwendung

    Als Küchenkraut schmecken natürlich die jungen Blätter und Triebe am besten. Sie passen herrlich in einen Kräuterquark und ergänzen wunderbar einen klassischen Blattsalat. Wie wäre es mit einer Blattspinatlasagne und einer Extraportion Wildkräuter in der Füllung? Das Kraut bringt Abwechslung ins Omelette oder Rührei, es geht aber auch im Alleingang als Beilage zu Kartoffeln oder überbacken mit einer hellen Soße.

    Als Heilpflanze wird der Giersch seit langer Zeit zur Anregung des Stoffwechsel genommen. Er wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und harntreibend, weshalb er unterstützend bei Rheuma und Gicht angewendet wird. Ein Gierschbad kann Rheumaschmerzen lindern und hilft gegen Krampfadern.

    Noch eine persönliche Geschichte

    Bei einem meiner Kräuterspaziergängen erzählte mir eine ältere Dame davon, dass sie ausgerechnet jetzt im Urlaub ihre Wassertabletten vergessen hatte und jetzt nach Alternativen suchte. Ihre Beine und Füße schmerzten jeden Abend nach den Wanderungen. Ich erklärte ihr, dass ein Gierschtee behilflich sein könnte, aber einen konkreten ärztlichen Rat könnte ich ihr nicht geben. Sie bat mich nun täglich (wir übernachteten im selben Haus) drum, ihr die frischen Kräuter zu bringen. Und nachdem sie täglich Giersch-Brennnesseltee (z.T. mit Melisse, Frauenmantel, Schafgarbe…) zu sich nahm, stellte sich über Nacht Verbesserung ein. Sie hatte auch den Eindruck, dass die Wassereinlagerungen nicht mehr ganz so schlimm waren.

    Für jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen

    Die Geschichte wird mir ewig in Erinnerung bleiben! Die Dankbarkeit der Dame war herzerwärmend und bestätigte mir wieder, wie wichtig es ist über die kleinen Beikräuter zu unterrichten. Für Jeden und für jedes Zipperlein ist eben ein Kraut gewachsen.

    Tipp: Wer das Kraut regelmäßig mäht kann bis in den Herbst von den jungen Pflänzchen profitieren. Lecker!