Autor: Charline

  • Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Viel zu tun an warmen Tagen

    Die Tage fühlen sich inzwischen lang, sonnig und warm an. Während das Gemüse in Kübeln und im Freiland langsam bei uns gedeiht, wachsen die Aufgaben ebenso weiter mit jedem Tag. Das wilde Beikraut wuchert kräftig zwischen Steckzwiebeln, Möhrrüben und Dill und bleibt für mich wohl eine begleitende Tätigkeit, die ich persönlich nicht so gern mag. Ich erfreue mich aber als Wildkräuterpädagogin über jedes neu entdecke Wunderkraut in unserem Garten! Die Vielfalt ist wahnsinnig und ich kann mich leider nicht von jedem störenden Kraut im Beet trennen, obwohl ich es oft genug später im Jahr bereue.

    Deftiges Essen zur Stärkung

    So wächst munter der Giersch, der Beifuß, jede Menge Kompass-Lattich und sogar die echte Kamille scheint dieses Jahr „zu viel“ zu werden. Toll zum Sammeln! Und obwohl sich viele bei hitzigen Temperaturen bevorzugt über leichte Kost erfreuen, merke ich an der kräftezehrenden Tätigkeit, dass mir ein bisschen Gemüs mit Soß nicht ausreichend würde.

    So gibt es heute eine feine Quiche mit Vollkornmürbeteig (lange Teigruhe für bessere Nährstoffaufnahme) und einer Füllung aus Hackfleisch, Sahne, saure Sahne, Eiern und etwas Bergkäse. Was gut rein passt? Kräuter! Von Petersilie und Dill brauch ich gar nicht mehr zu sprechen. Giersch, Brennnessel, ein bisschen Sauerampfer, vielleicht ein paar Blätter oder junge Knospen vom Wiesen-Bärenklau? Probieren geht bekanntlich über Studieren und so ist es auch mit Quiche. Hier kommt das Rezept:

    Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Zutaten

    Vollkornmürbeteig (am besten schon am Vortag)

    400g Mehl
    200g Butter
    1 Eigelb
    Salz

    Aus den obigen Zutaten einen Mürbeteig zubereiten und kühl stellen. Er kann auch frisch genutzt werden.

    Füllung

    150ml Milch
    75ml Sahne

    200ml saure Sahne
    4 Eier
    300g Hackfleisch

    Salz, Peffer, Oregano, Majoran, Muskat
    Bergkäse
    Petersilie

    So wird´s gemacht

    Eine Auflaufform gleichmäßig mit dem Mürbeteig auslegen, mit einer Gabel mehrfach einstechen und bei 200 Grad ca. 10 Minuten hell ausbacken.

    In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Hierfür die Milch, Sahne und Eier miteinander verquirlen. Das rohe Hackfleisch klein zupfen und beimengen. Mit Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen kräftig abschmecken und in den vorgebackenen Teig füllen. Nach Wunsch Bergkäse reiben und drüber geben.

    Weitere 25-30 Minuten bei gleicher Hitze backen, bis die Quiche bräunt. Heiß servieren und mit Petersilie garnieren.

    Tipp: Die doppelte Portion Mürbeteig vorbereiten und im Kühlschrank lagern. So hast du für mehrere Tage die Möglichkeit eine Quiche nach deinem Geschmack zu backen!

  • Warum „einfach“ und „schnell“ nicht zufrieden stellt

    Warum „einfach“ und „schnell“ nicht zufrieden stellt

    Gewohnheiten überdenken

    „Och, war das guuuut!“ raunt es genießerisch vom Tisch gegenüber. Eine ordentliche Portion Nudeln mit Tomatensauce und Käse mussten jetzt schnell herhalten. Für ein aufwendiges Essen war keine Zeit gewesen. Am Nächsten Tag wieder. Nudeln mit Pesto, noch schneller und einfacher. Dann Haferflocken über Nacht („Overnight Oats“) eingeweicht am darauffolgenden Tag, gefolgt von belegten Broten und Schichtsalat, ganz getreu nach dem „Meal Prepping“ Prinzip. 

    „Hauptsache satt!“ – lautet die Devise. Wenn es dann noch einen Anflug von Gesundheit impliziert, ist die Sache doch gegessen, oder? 

    Nahrungsaufnahme als Mittel zum Zweck

    Was ist denn nun so schlimm an Nudeln, Overnight Oats und Schichtsalat? Kurz gesagt: Diese Dinge sind nur Mittel zum Zweck. Sie spenden uns Energie, Wärme und der Magen ist gefüllt. Aber unsere Zellen und unser Gehirn gehen leer aus. Und der nächste Hunger lässt nicht lang auf sich warten. Ganz besonders auffällig empfinde ich diesen „Trend“ bei heranwachsenden, insbesondere kleinen Kindern, die kaum etwas anderes als raffinierte Kohlenhydrate und ein bisschen Gemüsesticks und Obstmus erhalten.

    Einheitsbrei verdirbt den Geschmack

    Schnelles, einfaches Essen entfremdet uns immer weiter von den ursprünglichen, naturbelassenen Nahrungsmitteln unserer Region. Und das ist keine übertriebene Auffassung meinerseits, sondern die Realität. Alles soll immer gleichbleibend schmecken und riechen. Convenience Produkte sind wortwörtlich in aller Munde und prägen den Geschmack von Generationen. Gleichzeitig sind viele von uns Mangelernährt, beginnend bei der kleinsten Zelle, nämlich den Kindern.

    Und wer ist eigentlich schuld, dass Nestlé, Mondelez und weitere Großkonzerne die Werbekeule, weiterhin an Kinder gerichtet, schwingen dürfen Seit wann ist es zur Normalität geworden, dass Kindern in Restaurants wie selbstverständlich nur Chicken Nuggets, Fischstäbchen und Nudeln angeboten werden, anstatt einfach kleinere Portionen des „Erwachsenen Essens“?

    Die Zubereitung macht´s

    Das Problem ist omnipräsent und vielschichtig. Zurück also zur Frage, weshalb Haferflocken, Nudeln und Schichtsalat nicht gesundheitsfördernd sind.

    Haferflocken sind durch den industriellen Prozess (bedampfen, erhitzen…) ein wertloses Getreide im Supermarktregal geworden. Die gefüllten Tüten sollen eine lange Haltbarkeit aufweisen, um für Supermärkte überhaupt interessant zu sein. An Nährstoffe sind diese Händler nicht interessiert. Milch, häufig zusätzlich homogenisiert und aus Massentierhaltung, bildet ebenso ein minderwertiges Lebensmittel aus der Reihe. Milchersatzprodukte bilden hier keine Ausnahme und sind oft ähnlich unzuträglich für unsere Gesundheit.

    Nudeln bestehen aus raffinierten Kohlenhydraten, reinem Weißmehl, und enthalten keinerlei Nährwert. Sie dienen lediglich zur Füllung des Magens und spenden Wärme.

    Der Schichtsalat trifft es in dieser Aufzählung wohl am schlimmsten. Raffiniertes, gentechnisch verändertes und entzündungsförderndes Öl (Raps oder Sonnenblume oder billiges Olivenöl), gepaart mit stark belasteten Gemüsesorten (Pestizide und Nitrate) aus dem Gewächshaus ergibt eine leichte Mahlzeit mit viel Auswirkung auf spätere Gefäßerkrankungen und Unterversorgung des Gehirns.

    Hinterfragen statt nur zu konsumieren

    Wir sollten jetzt anfangen umzudenken und die Verantwortung fürs leibliche Wohl wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Schritt für Schritt, immer mit der inneren Motivation, dass man auch im hohen Alter seine Einkaufstüten und Enkel noch hochnehmen kann. 

    Praktische Tipps dazu findet ihr auf unserem Blog. 

    Und um nicht alles schwarz zu malern, hier ein paar direkte Tipps für nahrhafte Nudeln, Haferflocken und Schichtsalat:

    Nudeln…

    ..aus Urgetreide bevorzugen (z.B. Emmer, Kamut)
    …in hausgemachter Fleischbrühe kochen oder gleich eine Nudelsuppe daraus zaubern
    …selbst herstellen! Lasagneplatten und Maultaschen sind auch ohne extra Zubehör ein tolles Spektakel. Mit etwas Hilfe von Freunden oder mit der Familie wirds zum Event

    Haferflocken…

    …lieber als ganzes Getreidekorn frisch mahlen oder quetschen (Unverpacktläden, Freunde mit Flockenquetsche oder Mühle, Kaffeemühle nutzen…) 
    …mit einer traditionellen Zubereitungsmethode (säuern, einweichen, rösten) zubereiten 
    …auf vorgekeimte Haferflocken zurück greifen („sproutet oats“)

    Schichtsalat…

    …mit hochwertigem Olivenöldressing zubereiten
    …mit Gemüse aus der Region und aktueller Saison anrichten
    … mit Croutons aus altem Brot selbst aufpeppen
    …mit Saaten und Körnern, die vorher eingeweicht oder geröstet wurden, schmücken
    …mit Wildkräutern wie jungen Giersch – und Löwenzahnblättern sowie Brennnesselsamen (Früchte) mehr Mineralstoffe verleihen

    Titelbild von Daniel Lindstrom / Pexels

  • Buchempfehlungen (Ernährung)

    Buchempfehlungen (Ernährung)

    Überforderung im Alltag

    Wenn ich neugierig durch einen Buchladen der größeren Ketten stapfe, überfluten mich Unmengen an „Bestsellern“ und neu aufgelegter Fachliteratur. In diesem wirrwarr überhaupt noch seine Konzentration beizubehalten ist fast unmöglich. Deshalb mache ich mir inzwischen einen Plan, bevor ich in einen Buchladen gehe. Und dieses „Ziel“ hilft mir ungemein bei der Orientierung.

    Flohmärkte bringen Inspiration

    Ich stöbere auch sehr gerne durch lokale Flohmärkte, soweit es die Stimmung der Kids zulässt. Dort habe ich bereits ein paar sehr hilfreiche Bücher gefunden, die mich inspiriert haben und auf meinem Weg wichtige Begleiter waren bzw. noch immer sind. Ich bin jemand, der Bücher (auch Wälzer) mehrfach liest und möchte behaupten, dass ich in meinem Leben noch nie so effizient Bücher in mich aufgesogen hab, wie vor der Zeit mit Kindern.

    Durchs Kind auf die Gesundheit gekommen

    Mit meiner Erstgeborenen hat sich eine 180 Grad Wende in meinem Leben durchgesetzt – zum absolut Positiven. In diesem Beitrag möchte ich Euch einen kleinen Teil meiner Literatur über gesunderhaltende, traditionelle Ernährung (teils neu interpretiert und an die Moderne angepasst) vorstellen. Diese Bücher vermitteln das alte Wissen unserer Urgroßeltern und noch länger zurück, wofür es damals keine Wissenschaft benötigte, um die gesundheitsfördernde Wirkung zu bestätigen.

    Heutzutage fehlt uns das Gefühl, der Instinkt sozusagen, um uns wieder mit unserer Natur zu verbinden. Es geht hierbei nicht um „vegan“, „vegetarisch“, „lowCarb“, „Trennkost“ oder sonst einen Ernährungstrend. Es geht hierbei um DICH und DEINEN Weg zu einer gesunderhaltenen Ernährung, die Dir gut tut. Auf diesem Weg können Dich die Bücher begleiten und geben das wertvolle, beinahe vergessene, Wissen weiter.

    Bücherwissen praktisch umgesetzt

    Ich gehe auf einen Teil der Inhalte und die praktische Umsetzung im Alltag während meiner Veranstaltungen (https://roeda-sieben.de/sauerteig-und-dost-veranstaltungen/) ein. So kannst du dir bereits eine kleine Übersicht verschaffen und vielleicht kommen wir zu einem regen und rationalen Austausch.

    Meine Buchempfehlungen*

    kritische Verbraucheraufklärung

    Titel: „Die Essensfälscher – Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen“
    Autor: Thilo Bode

    Titel: „Die Ernährungslüge – Wie uns die Lebensmittelindustrie um den Verstand bringt“‚
    Autor: Hans-Ulrich Grimm

    gestörte Darmflora, ihre Folgen und wie man sie heilen kann

    Titel: „GAPS Gut and Psychology Syndrome – Wie Darm und Psyche sich beeinflussen“
    Autor: Dr. Natasha Campbell-McBride

    traditionelles Wissen für die ganze Familie zur Gesunderhaltung mit praktischen Rezepten

    Titel: „Nourished – Baby/Toddler“
    Autor: Paula Saalfeld und Katharina Halmetschlager

    Titel: „Nourished – Pregnancy/Postpartum“
    Autor: Paula Saalfeld und Katharina Haltmetschlager

    Titel: „Nourished – Through The Seasons“
    Autor: Paula Saalfeld

    Titel: „Die neue Traditionelle Ernährung“ und „Die neue Traditionelle Ernährung – Herbstspezial“
    Autor: Heidi Beeck und Esma Storck

    Feldstudie eines Zahnarztes über gesunder Naturvölker und die Folgen moderner Ernährung

    Titel: „Ernährung und Körperliche Degeneration“
    Autor: Weston A. Price

    *Ich erhalte für die genannten Empfehlungen keine monetäre Zuwendung


  • Ernährung erklärt: Getreide bekömmlicher zubereiten (+ Rezept)

    Ernährung erklärt: Getreide bekömmlicher zubereiten (+ Rezept)

    Den Getreide-Dschungel hinter sich lassen

    Ihr kennt sie vielleicht schon, diese aufgeblähten Lektüren über Weizen-Wampen, Low-Carb und Paläomoden, aber auch die Vollwertverfechter, die tagein tagaus ihre gesprossenen oder eingeweichten Rohkostsämereien vertilgen und natürlich Menschen, die sich schlicht nicht dafür interessieren und täglich ihr hochverarbeitetes Weißmehlbrötchen aus der Kantine oder dem Discounter verspeisen. Alles Ausprobieren hat seine Berechtigung, denn nicht jedem Menschen passt, was dem Anderen gut tut.

    Fehlschläge und weiteres Probieren

    Ich habe es versucht. Mit dem Frischkornbrei à la Dr. Bruker, dem berühmten Müsli nach Bircher-Benner, Musmehl und den gesäuerten Getreidebreien nach traditionell ursprünglicher Art, moderne Getreidepops mit Mandelmilch und und und. Seitdem es mit fermentiertem Buchweizenbrei in der Beikostzeit (wieder) NICHT geklappt hat, war ich die kläglichen Speisereste satt, die solange im Kühlschrank dümpelten, bis sie mich mit erhobenem Haarschopf anstarrten. Die Gesichter meiner Familie schliefen regelmäßig ein, wenn ich aus der Küche rief: „Ich hab´s! Dieses Mal schmeckt es WIRKLICH!“.

    Die Suche hört nie auf

    5 Jahre habe ich benötigt um Rezepte zu finden, die sich für meine Familie und mich eignen. Wir sind stetig auf der weiteren Suche, aber unser Repertoire an nährstoffreichen (Getreide-) Gerichten hat sich deutlich vergrößert. Auch wenn für uns Getreidebreie und Müslis unpassend sind, obwohl sie (zumindest ersteres) als gesundheitsförderlich und traditionell gelten, habe ich kein schlechtes Gewissen sie einfach wegzulassen. Dafür haben wir andere Speisen für uns gefunden und klassisches Brot ist und bleibt der absolute Favorit für uns als Familie.

    „Sauerteig Stillleben“ – Über Nacht auf Reisen ist er uns fast weggeblubbert

    Damit ihr nicht wie ich Jahrelang an Recherche und Ausprobieren benötigt, um das „Richtige“ für euch und eure Familie zu finden, möchte ich euch heute eine kleine Auswahl unserer Favoriten mitgeben.

    Unsere Familienfavoriten

    1. Rezept: Sauerteig-Schmarrn

    Zutaten

    Weizensauerteig, weich angerührt und mild
    Schmand, Quark oder Creme Fraiche
    Eier
    Natron
    Honig
    Salz, Vanille, Zimt
    optional: eingeweichte Trockenfrüchte

    So wird´s gemacht

    Den Sauerteig mit dem Schmand oder der Creme Fraiche verrühren. Wenn die Eier getrennt werden: Das Eigelb mit zum Sauerteig geben und das Eiweiß steif schlagen und unter die Masse heben. Andernfalls die Eier einfach mit in den Teig rühren. Mit Honig auf Wunsch süßen. Eine Prise Natron hinzugeben.

    Eine Pfanne mit reichlich Butter/-schmalz auf mittlerer Stufe heiß werden lassen und den Teig hineingießen. Wie beim klassischen Kaiserschmarrn den Teig stocken lassen, eventuell einen Deckel drauf geben. Die eingeweichten Trockenfrüchte über den Teig geben, wenn der Boden schon etwas gestockt ist. Dann den Schmarrn umdrehen, kurz stocken lassen und mit zwei Gabeln auseinander pflücken und heiß servieren.

    Tipp: Serviere den Schmarrn mit Sahne, Obstkompott oder Schokobutter.

    2. Rezept: Waffeln

    Unser 2. Familienfavorit sind WAFFELN (Rezept hier auf meiner Webseite) mit eingeweichtem Mehl.

    Wenn du kein Sauerteig zur Hand ist, kein Problem! Der Vorteig besteht nur aus Mehl und Milch. Für eine besserer Verdaulichkeit gibst du noch einen EL Joghurt oder Buttermilch hinzu und lässt ihn bei Raumtemperatur stehen. Das ist die – für mich – einfachste Methoden ganz unkompliziert eine der traditionellen Zubereitungsmethoden im Alltag zu nutzen. Die Waffeln aus Vollkornmehl schmecken aromatisch, liegen nicht so schwer im Magen wie die übliche Weißmehlvariante und halten lange satt. Natürlich kannst du auch die Hälfte des Vollkorns durch helleres Mehl austauschen, um dich ranzutasten.

    3. Rezept: Kräuterbutterbaguette

    Das letzte Rezept ist herzhaft und darf bei keiner Familienfeier im Freien fehlen – KRÄUTERBUTTERBAGUETTE (Link zum Rezept bald hier).

    Natürlich schmeckt das Baguette auch einfach pur genossen herrlich. Dazu ein bunter Salat, gebackener Feta oder Camembert, eine kräftige Kartoffelsuppe oder… du siehst, es gibt immer eine Möglichkeit um ofenfrisches Baguette zu servieren.

    Selbst unsere Jüngsten mögen die Kräuterbutter, sogar wenn ich etwas frischen Knoblauch hineinreibe. Die reine Vollkornvariante kann als eigene Mahlzeit dienen, ich ersetze einen Teil des Vollkorns gerne durch Auszugsmehl. Den Kompromiss gehe ich gern ein – denn gerade an heißen Sommertagen möchte man gern ein locker-leichtes Brot dass dem Original nah kommt. Durch nährstoffreiche Beilagen und die Füllung aus würziger Butter fällt ein bisschen Auszugsmehl nicht ins Gewicht. Ausgewogen soll es sein!






  • Rezept: Waffeln (mit eingeweichtem Mehl)

    Rezept: Waffeln (mit eingeweichtem Mehl)

    Essen braucht Zeit

    Das können meine Kinder nicht immer nachvollziehen und das ist auch OK. Wenn meine Jüngste Waffeln möchte, dann jetzt. Sofort. Und wenn es Widersprüche meinerseits gibt, bekomme ich ein wütendes Stirnrunzeln zurück. „Warum nicht!?“, ertönt es dann vorwurfsvoll. Und dann beginnen wir zu plaudern.

    Das Waffeleisen aus Guss ist unbedenklich im Gegensatz zu gängigen Antihaftgeräten

    Beste Zutaten für Muskeln und Gehirn

    Was gehört alles in einen Waffelteig? Frage ich. Butter und Milch von der Kuh, Eier von Hühnern und Mehl. Getreide muss ruhen, damit es besser für unseren Bauch wird. Und wenn wir einen schmackhaften Teig haben wollen, der nicht nur den Bauch füllt, sondern auch unser Gehirn und unsere Muskeln versorgt, dann fühlen wir uns nicht nur stark. Wir sind es auch.

    Diese Waffeln sind mehr als nur eine Süßigkeit oder ein schnelles Mittagessen für den süßen Zahn. Sie sind leicht bekömmlich, nährstoffreich und geben die Kindheitserinnerung der Älteren gleichsam an den Nachwuchs weiter.

    Rezept: Waffelteig (für ca. 20 kleine belgische Waffeln)

    Zutaten

    Vorteig
    380g Vollkornmehl (Einkorn oder Dinkel*)
    300ml Vollmilch
    1 EL saures (Apfelessig, Naturjoghurt, Zitronensaft, Molke, Kefir)

    Hauptteig
    150g Butter
    , weich
    6 EL Süße (Ahornsirup, Honig)
    4 Eier
    1 Prise Salz

    1 TL Vanille, gemahlen
    1/4 TL Natron

    So wird´s gemacht

    Für den Vorteig, dass Vollkornmehl mit der Milch und der sauren Flüssigkeit nach Wahl vermengen. Bei Raumtemperatur mindestens 2, besser 12 bis 24 Stunden stehen lassen.

    Nach der Zeit alle übrigen Zutaten zum Vorteig geben und z.B. mit dem Handrührgerät verquirlen. Den Teig in einem Waffeleisen ausbacken. Ich nutze hierfür eine Gusseisenform. Die Waffeln am besten sofort servieren. Wir essen sie am liebsten mit selbstgemachter Schokobutter, Beerensauce, geschlagener Sahne oder mit Vanilleeis. Die Waffeln eignen sich auch hervorragend zum Einfrieren!

    *Du kannst das Vollkornmehl auch zur Hälfte mit 550er Mehl ersetzen um trotzdem vom Vollkornanteil zu profitieren.

    Waffeln mit roter Grütze und Vanille-Frischkäsecreme

  • Kolumne: Frankfurter Kranz

    Kolumne: Frankfurter Kranz

    Es is(s)t zum Verrückt werden – die aberwitzige Kolumne

    Es grenzt an Untertreibung, wenn ich sage „Ich bin ein schwieriger Esser.“

    Seit Jahren setze ich – unserem Alltag und dem Familienleben angepasst – die traditionelle Ernährung um. Naturbelassene, vollwertige und nährstoffreiche Lebensmittel. Es könnte nicht einfacher sein, möchte ich meinen. Aber viele sehen ihr täglich Brot in einem völlig anderen Licht. Und fühlen sich durch mich nur zu oft auf den Schlips getreten …

    Verschmähtes Mahl

    Ich erinnere mich noch sehr genau daran, als mich jemand zum Essen bei seiner Uroma einlud. „Sie macht den besten Frankfurter Kranz. Allerfeinste Buttercreme und Krokant. Und sie gibt sich heute sicher besonders viel Mühe, wenn du dabei bist.“ Ich schlucke bei dem Gedanken, versuche mich jedoch zu entspannen. Als wir bei besagter Uroma am gedeckten Tisch sitzen, fällt mir jegliche Farbe aus dem Gesicht. „Es gibt feine Lachstörtchen mit Meerrettichfrischkäse, dazu allerlei Hausgemachtes und natürlich – Frankfurter Kranz.“

    Selbstverständlich war ich dankbar für dieses herrlich kredenzte Essen! Aber das Ergebnis meines kurzen Scans ließen meinen Kopf explodieren:

    Weißmehlfladenbrot mit Zusatzstoffen wie Feuchthaltemittel, Phosphate und Zucker.
    Dazu gab es Räucherlachs aus Antibiotika Aufzucht auf einem Carrageen-Meerrettich-Schmaus mit entzündungsfördernden Rapsöl, Zucker, Stabilisatoren, fragwürdigen Antioxidationsmitteln und Dill. Der übrig gedeckte Tisch ließ mich ebenso verzweifeln. Und die Uroma verzweifelte ebenso an mir.

    „Ich… ich kann das nicht essen.“ stammelte ich nur hervor*. Die gerümpfte Nase und der verachtende Blick sprachen Bänder. Sie gab mir einen Brotkorb und Marmelade. Ich überlegte nicht lang und schmierte mir schweigsam ein Brot, um die Stimmung nicht weiter ins bodenlose zu ziehen. Währenddessen ließen es sich die anderen Familienmitglieder schmecken.

    Das Familienoberhaupt

    Dann kam das Finale – der hochgelobte Frankfurter Kranz. Ein wahrer Familienschatz! Den ließ ich natürlich nicht stehen, jedoch verneinte ich weitere Stücke. Sehr zum leid meiner geschätzten Gastgeberin. Sicher waren all diese vermeintlichen Köstlichkeiten mit Liebe zubereitet – aber zum Nachteil der ansässigen Mitvernichter. Der Kranz schien ebenso aus der Welt der Fertigprodukte zu stammen, wie das übrige Mahl. Der Krokant stammte aus der Packung, genauso wie die Buttercreme mit Fertigpulver und weißem Zucker angerührt wurde. Der trockene, vor Backpulver strotzende Rührteig gab entweder eine uneinsichtige Bäckerin oder eine schlechte Wahl der Fertigmischung preis.

    Wie dem auch sei, ich lasse mich (immer noch) zu oft verrückt machen, wenn wir zu Gast sind. Einfach weil mir gute, naturbelassene Lebensmittel mit den Jahren unheimlich wichtig geworden sind. Und es ist zum verrückt werden, wie wenig Menschen wert darauf legen! Es ist eine Investition in ihre Gesundheit – und diese sollte jedem Mensch eine Priorität sein.

    Zuhause, behaupte ich, bin ich ein „einfacher Esser“. Ein Glas frische, kalte Rohmilch mit einem knackigen Stück Obst aus der Region und eine Scheibe gebuttertes Sauerteigbrot. Herrlich, diese Einfachheit.

    *Essen verneine ich nie aus nicht-gefallen, erwähne ich dazu. Es gibt nur wenig, was ich nicht probiere. Jedoch kann ich es weder mit meiner Verdauung, noch mit meinem Hautbild vereinbaren. Durch jahrzehntelange (!) Falsch-Ernährung sollte ich mir nicht zu viele Ausnahmen genehmigen.

    Titelbild von seymasungr/pexels

  • Rezept: Deftige Hack-Pfanne mit Kaspressknödeltopping

    Rezept: Deftige Hack-Pfanne mit Kaspressknödeltopping

    Aus der ländlichen Küche

    Knödel sind ein spannendes Küchenthema, an welches ich mich laaaange Zeit nicht heran getraut habe.

    Dann wurde ich von Lisas (Farmhouse on boone) Rezept für „Sourdough Skillet“ inspiriert. Im Familienalltag mit Hausbau, Gartenpflege und dem alltäglichen Chaos traf dieses One Pot Meal meinen Nerv. Eine herzhafte Füllung aus Fleisch, saisonalem Gemüse und Fleischbrühe, getoppt mit einer Schicht aus Sauerteigresten, Eiern und reichlich Käse. Beim folgenden Rezept kommt jedoch der Knödel ins rollen, oder besser gesagt, kommt er auf die deftige Füllung und rundet das Gericht ab. Ich verspreche euch, es ist viel einfacher, als es aussieht. Und schmecken wird es wirklich jedem!

    Rezept: Deftige Hack-Pfanne mit Kaspressknödeltopping

    Zutaten für 1 Pfanne

    Füllung

    300g Hackfleisch und/oder Reste (Braten, Kochfleisch, Hühnerbrust, Wurst, …)
    1 Tasse voll Gemüse, fertig gegart (Kartoffeln, Broccoli, Zwiebeln, …)
    1 Tasse Flüssigkeit (Fleisch- oder Gemüsebrühe, Saure Sahne, Schmand, Saucenreste, …)
    Gewürze nach Wahl
    Kräuter nach Wahl

    Topping (Kaspressknödel)

    250g altbackenes Brot, in Würfel geschnitten
    250ml Vollmilch, warm
    1 Zwiebel, in wenig Butter angebräunt
    1 EL Kräuter nach Wahl
    3 Eier
    150g Bergkäse, klein gewürfelt
    Salz, Pfeffer, Muskat

    So wird´s gemacht

    Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.

    Für die Knödelmasse die Brotwürfel in die erhitzte Milch hineingeben und quellen lassen. Die übrigen Zutaten, bis auf den Käse, hinzufügen und vermengen. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Käse untermengen. Die Masse sollte sich verstreichen lassen. Beiseite stellen.

    Für die Füllung in der Pfanne etwas Fett zerlassen und das Hackfleisch darin bräunen oder, wenn es bereits gegart ist, nur erwärmen. Das Gemüse hinzugeben und nochmals heiß werden lassen. Dann mit der Tasse Flüssigkeit ablöschen, abschmecken und mit Kräutern nach Wahl mischen.

    Die Knödelmasse auf der Füllung verteilen und sofort im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca. 20 Minuten backen, bis es goldgelb ist.

    Auf dem Bild seht ihr folgende Variante:
    Rohes Hackfleisch (Rind/Schwein) mit Zwiebel kräftig anbraten und abschmecken. Dann gegarte Kartoffeln und Kochfleisch hinzugeben, mit Fleischbrühe aufgießen und nochmals abschmecken. Eine Mischung aus Petersilie, Schnittlauch und anderem Grün hinzugeben und mit der Knödelmasse abbacken.

    Dazu passt der obligatorische Blattsalat, wir essen auch gern einfach nur Sauerkraut dazu.

    Hier seht ihr meine Version in ihrer Entstehung.
  • Rezept: Käse-Lauch-Suppe mit Hackfleisch

    Rezept: Käse-Lauch-Suppe mit Hackfleisch

    Als ich nach Sachsen kam…

    Als ich vor mehr als einem Jahrzehnt nach Sachsen kam, wurde mir ein Süppchen sehr ans Herz gelegt: Käse-Lauch, wahlweise mit Hackfleisch und hellem Brot.

    Es war ein beliebtes Essen für viele Gäste. Schnell zubereitet, günstige und überschaubare Zutaten und natürlich lecker. Ein Bekannter hatte es einmal für seine Liebste auf die Spitze getrieben, als er mit allerlei feinsten Käsesorten von der Theke das Süppchen für sie anreicherte. Es war natürlich völlig anders als das „Original“. Das gab mir jedoch zu denken über die herkömmlich genutzten Zutaten. Billiges Hackfleisch, Porree, Schmelzkäse und Wasser mit Brühwürfel. Alles andere als nährstoffreich und positiv für die Verdauung.

    Hausgemacht und nährstoffreich

    In diesem Blogbeitrag möchte ich euch gern mein Rezept für eine Käse-Lauch-Suppe vorstellen. Mit hausgemachter Fleischbrühe als Grundlage und natürlich den üblichen Zutaten – statt dem Schmelzkäse kann man Frischkäse, Creme Fraiche oder Schmand nehmen. Wer sich wöchentlich mit selbst gekochter Fleischbrühe Zuhause eindeckt kann diese Suppe genauso zügig zubereiten, wie die gängigere Variante.

    Schmackiges Süppchen für jeden Anlass

    Das Süppchen ist nicht nur für größere Veranstaltungen geeignet (einfach einen Tag im Voraus zubereiten), sondern auch ein echtes Familienessen! Es geht nichts über ein cremige Süppchen mit viel geschmortem Lauch und Hackfleisch als Proteinquelle. Mit selbst gebackenem Brot oder Kartoffeln sättigt sie auch sehr hungrige Kinder. Bei so einer deftigen Suppe darf auch gerne ein Salat dazu gereicht werden. Im Winter ein Apfel-Karottensalat oder im Sommer ein frischer Gurken- oder Tomatensalat. Mhh…

    Rezept: Käse-Lauch-Suppe mit Hackfleisch

    Zutaten

    1 L Fleisch- oder Gemüsebrühe, am besten hausgemacht
    3-4 Stangen Porree
    500g Hackfleisch
    1 Becher Creme Fraiche o.Ä.
    Salz, Pfeffer, Muskat, Cayenne Pfeffer

    So wird´s gemacht

    Den Porree säubern und in feine Ringe schneiden. In einem großen Suppentopf etwas Fett erhitzen (Butter, Rindertalg, Schmalz..) und das Gemüse darin schmoren, bis es weich ist. Nebenbei in einer heißen Pfanne das Hackfleisch je nach Geschmack braun braten. Das Hackfleisch zum Porree hinzugeben und mit der Brühe aufgießen. Aufkochen lassen, die Hitze reduzieren und zum Schluss Creme Fraiche (oder Frischkäse/Schmand) unterziehen sowie mit den Gewürzen abschmecken. Mit Kräutern wie Petersilie garnieren und heiß servieren. Ein Schuss Zitrone ist ebenfalls empfehlenswert.

    Optional können Kartoffeln vor der Zugabe von Creme Fraiche mitgeköchelt werden, bis sie gar sind.

    Zur Suppe passt auch hervorragend ein selbstgebackenes Brot und saisonale Salate.

  • Übers Frau-sein: Meine Schwangerschaft Teil 1

    Übers Frau-sein: Meine Schwangerschaft Teil 1

    Mein Weg zu einer selbst bestimmten Schwangerschaft – Vorgeschichte

    Wie wir geboren werden hat einen enormen Einfluss auf unser Leben. Ebenso die Gefühle, welche wir als werdende Mutter (zum ersten Mal) erfahren, sobald der Teststreifen oder das innere Bauchgefühl „positiv“ melden. In diesem Beitrag erzähle ich über den herausfordernden Weg, den eigenen inneren Instinkten zu folgen.

    Gut gemeinte Vorsorge

    Es rauscht, dann knistert es. Dann rauscht es weiter und mein Gegenüber legt die Stirn in Falten. „Es versteckt sich heute, aber wir finden es sicher noch – „, da bubbert es plötzlich eifrig im Gerät und das Stirnrunzeln glättet sich. „Schön, da ist das Herz. Sie bleiben jetzt eine halbe Stunde hier liegen. Entspannten Sie sich.“ Die nette Hebamme schließt die Tür hinter sich, dann bin ich allein mit meinem Bauchwunder und diesem Gerät. CTG heißt es. Eifrig kritzelt es bunte Fäden auf das Papier. In meinen Bisherigen Untersuchungen gab es nie eine Beanstandung. Außer:

    • Mein Kind ist für die berechnete Woche zu klein
    • Die Proportionen sind nicht korrekt ausgebildet
    • Es wird eine Frühgeburt werden, da es nicht schnell genug zunimmt

    Ich habe in der Zeit viele Ultraschalltermine, gehe regelmäßig zur Feindiagnostik und bleibe mit den vielen Newslettern, Apps und Nahrungsergänzungsmitteln bestens informiert und versorgt, damit es meinem Baby an nichts fehlt.

    Die (un-)Mutmacher

    Bei einer weiteren Sprechstunde in der Feindiagnostik werde ich vor die Wahl gestellt. „Ihr Kind nimmt nicht ausreichend zu. Wir empfehlen eine Infusionstherapie.“ Ich hake nach, was Sinn und Zweck dieser Unternehmung sein sollen. Ich fühle mich in Krankenhäusern sehr unbehaglich und möchte nicht über eine Woche lang fern von meinen 4 Wänden sein. Die Ärzte übernehmen die Entscheidung für mich, als sie sagten:

    „Wenn Sie das nicht tun, werden wir das Kind per Kaiserschnitt holen.“

    Unruhe und Zweifel

    Ich bin in den letzten Wochen vor dem E.T. maximal gestresst und verzweifelt. Es gab keine Aufklärung darüber, wie ich das Wachstum meines Babys unterstützen kann und wie ich dabei meine eigene (psychische) Gesundheit nicht aus den Augen verliere. Warum ist Babys kriegen mit so viel Ärztekram verbunden? Die ständigen Termine, häufige Ultraschalluntersuchungen und stilles herumliegen bei CTGs frustrieren mich, denn durch die Kontrollen verändert sich meines Erachtens nach überhaupt nichts. Außer dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich mir nicht zu helfen weiß und es anscheinend auch keine Lösung dafür gibt.

    Mein damaliger Partner kauft mir aus einer Verzweiflung heraus haufenweise Schokolade und Wassermelone, damit aus unserer unterentwickelten Frühgeburt ein überfressenes Baby und Gestationsdiabetes werden. Zu etwas anderem ist die „Ernährungsumstellung“ nichts nütze. Das Ende der Geschichte?

    Eine kurze Rückblende zum Anfang

    Das 1. Trimester bahnte sich für mich aus der Kalten an. Kinderwunsch war da – aber jetzt schon? Dann schmerzten die Brüste, sie wuchsen sogar. Ich hatte oft Infekte und war müde. Dann ein Teststreifen, nachdem auch die 2. Periode ausblieb. Wir freuten uns. Erst in der 14. Woche hatte ich den 1. Ultraschall. Alles drin, alles dran. Wunderbar!

    Blauäugig wie ich war, befand ich mich auf Wolke 7. Ein Baby – und das in meinem Bauch! Zuhause wird es geboren. Hier, in der gemütlichen Badewanne. Dann kuscheln wir uns ins große Bett nebenan und schlafen stillend ein. Ja, so wird es sein.

    Das Ende der Geschichte – die Geburt

    Wir hatten einen unromantischen Termin zur Einleitung.

    Die Luft war raus, wurde doch bereits vor Monaten (!) eine Frühgeburt deutlich vorausgesagt. Nun waren wir bei E.T. + 10 Tage. Obwohl mir die Ärztin die Entscheidung überließ, weiter zu warten, wollte ich die Einleitung. Nach 24 Stunden im Krankenhaus mit emotional wechselhaftem Schichtwechsel, fragwürdigem Essen und Placebo – Schmerzspritze wurde meine Kleine in Rückenlage „natürlich“ und „spontan“ geboren.

    Fast 3 Kilo, nur ein Labienriss, sonst alle pupsmunter. Außer mein Partner – der war absolut schockiert über die geballte Kraft und Ausdruck einer Geburt. Ich stillte mein Baby und knöpfte es mir sogleich an den Körper – das Tragetuch war für mich nun ein natürlicher Alltagsbegleiter. Das Freunde – Taxi wartete bereits draußen auf uns.

    „Oh, Sie bleiben nicht für das Wochenbett bei uns?“. „Nö, da alles i.O. ist, fahren wir nach Hause.“. So ließen wir die Hebamme etwas verdutzt stehen. Die U1 wurde natürlich noch vor Ort erledigt.

    Zuhause folgten dann die vielen, vielen Veränderungen des Alltags und meines Körpergefühls mit Baby. Rückblickend hätte ich besonders in dieser Zeit der Erholung, Regeneration und sich an das Zusammen-sein-gewöhnen mehr auf mich – auf uns – Acht geben sollen.

    Mehr dazu im zweiten Teil.

  • Mit Kräutern durchs Jahr: Schlehe / Schwarzdorn

    Mit Kräutern durchs Jahr: Schlehe / Schwarzdorn

    Allgemeines

    Sind euch schon einmal im Frühjahr die duftenden weißen Blütenmeere in der Landschaft aufgefallen? Das könnten liebliche Schwarzdornsträucher sein und ich persönlich kann es kaum erwarten, dass es bald wieder los geht! Die sparrig verzweigten und bedornten Sträucher können so manchen Spaziergängern etwas grimmig erscheinen, aber unsere heimische Insektenweide ist ein sehr genügsamer Weggenosse des Menschen, welcher uns gleich mehrfach beschenkt.

    Auf den Bildern könnt ihr das prachtvolle weiße Blütenmeer aus dem Frühjahr und die herrlich prallen Früchte sehen, die in der kalten Jahreszeit königsblau durch das nackte Geäst hindurchstechen. Ich finde beim Anblick der anmutigen Früchte wird man ganz poetisch. Die Schlehe ist überhaupt eine Augen- und Bienenweide.

    So erkennst du sie

    Ich habe es bereits oben erwähnt: Die Schlehe ist ein wild verzweigter und bedornter Strauch mit fast schwarzer Rinde. Spätestens im Winter erkennst du sie an den blauen Früchten, die durch ihren hohen Gerbstoffgehalt ein besonders pelziges Mundgefühl hinterlassen.

    So kannst du die Schlehe nutzen

    Gerbstoffe wirken zusammenziehend, entzündungshemmend sowie reiz- und schmerzlindernd. Sobald die blauen Kugeln ihren ersten Frost abbekommen haben, werden sie bereits etwas süßer. Falls man ausreichend Früchte gesammelt hat, findet man spannende Rezepte für „Schlehensaft“, „Schlehenmus“ und natürlich Hochprozentigeres, wie „Schlehenlikör“. Ich könnte mir getrocknete Früchte auch lecker in einer jahreszeitlichen Teemischung vorstellen. Die gesammelten Blüten aus dem Frühjahr lassen sich außerdem zu einem Tee zubereiten.

    Ausprobieren konnte ich leider noch nichts von alledem. Obwohl wir einen Strauch (und noch weit mehr in der Umgebung) haben, der jährlich üppig blüht und fleißig Ableger erzielt, gab es kaum eine Handvoll Früchte. Dafür überrascht uns die heimische Vegetation jedes Jahr aufs Neue mit anderen Genüssen aus der Natur.