Autor: Charline

  • Ernährung erklärt: Getreide und Antinährstoffe

    Ernährung erklärt: Getreide und Antinährstoffe

    Das moderne Problem

    Es gibt immer mehr Menschen mit Allergien bis hin zu völligen Unverträglichkeiten (z.B. Zöliakie). Das Problem was viele nicht sehen: Es liegt nicht am Getreide, dass wir es allmählich nicht mehr vertragen. Sondern am Umgang mit unseren Nahrungsmitteln.

    Der richtige Umgang

    Der Mensch hat über die Zeit seiner Existenz viele Dinge und Methoden ausprobiert, um das heimische Nahrungsangebot an ihn und seiner Verdauung anzupassen. Viele Nahrungsmittel enthalten, wie z.B. Getreide, sogenannte Antinährstoffe. Für die Pflanzenwelt sind diese unabkömmlich, sie wirken u.a. als Schutzmechanismus gegenüber Fraßfeinden. Durch Ausprobieren und Zufall konnten jedoch Methoden entwickelt werden, um das Getreide für unseren Stoffwechsel besser verwertbar zu machen.

    Traditionelle Zubereitungsmethoden

    Einweichen, Säuern, Rösten, Keimen. Je nach Art des Rezeptes und des verwendeten Getreides können wir uns für eine oder mehrere Methoden entscheiden. „Overnight Oats“ waren nie ein neu dazugekommener Trend – geflocktes Getreide in einem sauren Milieu (wie z.B. Joghurt) einweichen zu lassen wurde bereits lange vor sozialen Netzwerken publik. Wer sich für traditionelle Zubereitungsmethoden interessiert, findet auf meiner Webseite nicht nur Rezepte sondern auch empfohlene Adressen und Bücher dazu. Weitere Beiträge dazu folgen laufend.

    Vollkorn statt Auszugsmehl

    Wer liebt sie nicht – fluffig, weiche Teilchen vom Bäcker. Gefüllt, ungefüllt, mit oder ohne Streusel. Eine Scheibe Toast zu Rührei, Brötchen zum Sonntagsfrühstück. Mittag schnell ein paar Brote für unterwegs geschmiert. Backwaren sind heute längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Mit sichtbaren Folgen für uns alle: Zahnfehlstellungen und Karies, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Hautleiden wie Neurodermitis, Diabetes. Krankheiten die auch unsere Kleinsten nicht mehr verschonen.

    Mögliche Ursachen

    Eine Ursache könnte, neben der inkorrekten Zubereitungsmethode, die Unmengen an uns aufgetischten minderwertigen Auszugsmehlen sein. Frisch gemahlenes Vollkorn, mitsamt dem aktiven Keimling, bringt das reine Naturprodukt mitsamt dem vollen Nährstoffprofil in unsere Zellen. Das Gesamtpaket unterstützt nicht nur die Nährstoffaufnahme und sorgt für bessere Verdaulichkeit – es unterstützt auch den korrekten Stoffwechsel in unserem Körper und verhindert die Blutzucker Achterbahn.

    Auszugsmehle können dies nicht bieten und schädigen in hohem Maße, wenn reichlich konsumiert. Sie bieten Pilzen und schlechten Bakterien in unserem Verdauungstrakt eine reichhaltige Grundlage und fördern zudem eine Unterversorgung im ganzen Körper – das Gehirn mit eingeschlossen.

    Eine Getreidemühle bereichert unsere Küche seit 2021

    Die Produktion eines Standard Brot aus dem Supermarkt

    Man nehme einen X-beliebigen Teig aus einem Auszugsmehl der Wahl, vornehmlich Weizen. Es wird mit Wasser, Salz, einem Triebmittel wie Hefe oder Sauerteig vermischt. Doch hier liegt bereits die Herausforderung: Getreide bzw. das Mehl daraus ist ein naturbelassenes Produkt. In der Industrie werden Schwankungen während der Herstellung und der späteren Qualitäts- und Gleichheitskontrolle nicht gern gesehen. Auch ein Verderb bei längerer Lagerung sollte deutlich eingeschränkt werden.

    Hierfür entnimmt man dem gemahlenen Getreide den Keimling (der auch maßgeblich Anteil am korrekten Stoffwechsels in unserem Körper hat), erhitzt diesen, damit es über einen längeren Zeitraum lagerfähig wird. Im Anschluss wird der inaktive Keimling dem Mehl wieder hinzugefügt, um es als „Vollkorn“ deklarieren zu können. Hinzu kommen allerlei „Mehlverbesserungsmittel“, damit das Mehl z.B. schön hell bleibt, der Teig besser aufgeht, die Porengröße beeinflussbar wird…

    Es wird eine große Menge Hefe hinzugefügt, denn man hat nicht viel Zeit. Der Sauerteig bringt die typische Säure für kräftigeres Brot mit. Dann wird es nach kurzer Reifezeit gebacken und in die Märkte geliefert. Fertig ist der schwer verdauliche, entzündungsfördernde und Blutzuckerunfreundliche locker-leichte Gebäckgenuss mit Folgen. Hungrig geworden? Oder eher nachdenklich?

    Zurück zum nährendes Genuss

    Ab und an ein Teilchen vom Bäcker zu verzehren gehört für viele zum Leben dazu und ergänzt unseren Genuss. Brot, Brötchen und Co. aus dem heimischen Ofen lassen uns nicht nur die Eigenverantwortung für unsere Nahrungsmittel wiedererlangen, sondern fördern auch die Gesundheit und Lebensqualität.

    Wer selbst schon Brote für Familie und Freunde gebacken hat, kennt die Magie hinter frisch Gebackenem (am besten noch warm!). Wer lust bekommen hat, seine eigenen Brötchen zu backen findet hier ein Rezept für einfache Vollkornbrötchen über Nacht. Durch den unkomplizierten Teig und der lange Gehzeit bleibt man flexibel am Backtag und das Ergebnis sind aromatische Brötchen mit Biss – Genuss ohne zu beschweren!

  • Rezept: Vollkornbrötchen über Nacht

    Rezept: Vollkornbrötchen über Nacht

    Alleskönner Brötchen

    Heute gibt es ein Rezept für Liebhaber des Unkomplizierten: Brötchen. Ob zum Frühstück, zur abendlichen Brotzeit, unterwegs oder einfach zwischendurch wenn der Hunger zwickt – Brötchen haben wir gerne auf Vorrat da. Sie lassen sich wunderbar einfrieren für einen späteren Zeitpunkt und halten selten auch mal für fehlende Burgerbrötchen her. Es sind eben Alleskönner!

    Vom Korn zum Mehl

    Für das Rezept mahle ich das Getreide frisch mit unserer Getreidemühle. Die Anschaffung hat sich damals für uns gelohnt und die Mühle ist seitdem wöchentlich im Einsatz. Eine Alternative zur heimischen Mühle gibt es inzwischen in vielen Großstädten mit (Unverpackt-)Läden. Dort kann man das ausgesuchte Getreide direkt nach Wunsch mahlen und mitnehmen. Mit einer gut ausgestatteten Küchenmaschine lässt sich Getreide ebenfalls zerkleinern – das Ergebnis kommt jedoch an keine Mühle heran.

    Ein gutes Bio-Vollkornmehl reicht ebenfalls für den Anfang aus, falls es keine Gerätschaften in der Art gibt. Probier dich aus! Teig aus dem heimischen Ofen schmeckt immer.

    Flexibel bleiben mit langer Gare

    Diese Brötchen bilden DAS Standard-Rezept in unserem Haus und man kann es flexibel in den Alltag einbauen durch die lange Reifezeit. Das Ergebnis sind krosse Brötchen mit aromatischem Eigengeschmack – je nach verwendeter Getreidesorte. Aber genug erzählt, es ist Zeit zum Ausprobieren!

    Rezept: Vollkornbrötchen über Nacht

    Zutaten

    5g Hefe, frisch
    700g Wasser (Optional + 1 EL Molke/Joghurt*)
    1kg Mehl (Vollkorn, am besten frisch gemahlen)
    24g Salz
    Optional: 1 EL Honig oder Rübensirup

    Die Hefe im Wasser (+ Molke/Joghurt) auflösen. Übrige Zutaten hinzugeben und solange kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst (Roggen bleibt klebrig – erwünscht!).

    Den Teig in eine geölte Teigschüssel geben, abdecken und für ca. 12-24 Stunden im Kühlschrank lagern, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

    Nach der Reifezeit den Backofen mit Blech auf 240 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

    Den Teig vorsichtig aus der Schüssel auf die Arbeitsfläche gleiten lassen. Brötchen in gewünschter Größe abstechen und in Form bringen.

    Die Teiglinge auf dem Blech verteilen, ggf. mit Wasser besprühen und je nach Größe in ca. 12-20min. knusprig backen.

    *Dient zur besseren Säuerung des Teiges. Alternativ kann die gesamte Flüssigkeit durch Molke, Sauermilch oder Buttermilch ersetzt werden. Dann auf die Teigkonsistenz achten, jedes Mehl nimmt unterschiedliche Mengen Flüssigkeit auf.

  • Mit Kräutern durchs Jahr: Giersch

    Mit Kräutern durchs Jahr: Giersch

    Allgemeines

    Zipperleinskraut, Geiß- bzw. Ziegenfuß oder Gärtnerschreck. Giersch hat viele berüchtigte Namen, denn er ist kaum aus dem Garten zu bekommen – auch nicht aus unserem! Anstatt ihn zu bekämpfen sollten wir uns Gedanken darüber machen, weshalb das grüne Kraut in manchen Gärten so üppig wächst. Nach manchen Aussagen bedeutet die Präsenz solcher Unkräuter, dass wir Menschen genau diese für unsere Gesundheit benötigen. Und gerade der Giersch strotzt nur so vor vielerorts ungenutztes Potential. Er wird seit langer Zeit aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften als Küchen- und Heilkraut geschätzt.

    So erkennst du ihn

    Dreikantiger Stängel, Dreimal verzweigt und 3 Blätter am Ende eines jeden dieser Stängel. Beim zerreiben riechen die Blätter nach einer Mischung aus Petersilie, Karotte, manche meinen auch nach Sellerie. Als Doldenblütler bildet der Giersch im laufe seiner Entwicklung eine ansehnliche Dolde mit vielen weißen Blüten – ein Schmaus für die Insektenwelt!

    Tipps zum Sammeln und Trocknen

    Frische, junge Gierschblätter (oder getrocknet) können als Tee verwendet werden. Da der Tee recht würzig ist, empfiehlt er sich in einer Mischung. Ausprobieren lohnt sich. Rudi Beiser empfiehlt in seinem Buch „Tee aus Kräutern und Früchten“ das Kraut in Stoffwechselanregenden Teemischungen zu verwenden. Reiner Gierschtee sollte nur wenige Minuten ziehen. Fürs Trocknen gilt: zügig und dunkel.

    Anwendung

    Als Küchenkraut schmecken natürlich die jungen Blätter und Triebe am besten. Sie passen herrlich in einen Kräuterquark und ergänzen wunderbar einen klassischen Blattsalat. Wie wäre es mit einer Blattspinatlasagne und einer Extraportion Wildkräuter in der Füllung? Das Kraut bringt Abwechslung ins Omelette oder Rührei, es geht aber auch im Alleingang als Beilage zu Kartoffeln oder überbacken mit einer hellen Soße.

    Als Heilpflanze wird der Giersch seit langer Zeit zur Anregung des Stoffwechsel genommen. Er wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und harntreibend, weshalb er unterstützend bei Rheuma und Gicht angewendet wird. Ein Gierschbad kann Rheumaschmerzen lindern und hilft gegen Krampfadern.

    Noch eine persönliche Geschichte

    Bei einem meiner Kräuterspaziergängen erzählte mir eine ältere Dame davon, dass sie ausgerechnet jetzt im Urlaub ihre Wassertabletten vergessen hatte und jetzt nach Alternativen suchte. Ihre Beine und Füße schmerzten jeden Abend nach den Wanderungen. Ich erklärte ihr, dass ein Gierschtee behilflich sein könnte, aber einen konkreten ärztlichen Rat könnte ich ihr nicht geben. Sie bat mich nun täglich (wir übernachteten im selben Haus) drum, ihr die frischen Kräuter zu bringen. Und nachdem sie täglich Giersch-Brennnesseltee (z.T. mit Melisse, Frauenmantel, Schafgarbe…) zu sich nahm, stellte sich über Nacht Verbesserung ein. Sie hatte auch den Eindruck, dass die Wassereinlagerungen nicht mehr ganz so schlimm waren.

    Für jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen

    Die Geschichte wird mir ewig in Erinnerung bleiben! Die Dankbarkeit der Dame war herzerwärmend und bestätigte mir wieder, wie wichtig es ist über die kleinen Beikräuter zu unterrichten. Für Jeden und für jedes Zipperlein ist eben ein Kraut gewachsen.

    Tipp: Wer das Kraut regelmäßig mäht kann bis in den Herbst von den jungen Pflänzchen profitieren. Lecker!

  • Rezept: Tomatensuppe – klassisch

    Rezept: Tomatensuppe – klassisch

    Der Herbst ist da!

    Mit Ach und Krach zog er plötzlich in unser Fachwerkhaus ein. Jetzt weht wieder ein frischer Wind in unserem „Altbau“, aber ein Glück haben wir noch Erinnerungen an heiße Tage. Die nur noch wenig belaubten Tomatensträucher lassen ihre Früchte stolz herunterhängen und bieten sich uns Spaziergängern regelrecht an.

    Aber nicht nur an kalten, sondern insbesondere an den wärmeren Tagen im Jahr entscheiden wir uns gern häufiger für eine klassische Tomatensuppe. Sie bietet natürlich auch übers ganze Jahr immer eine willkommene Abwechslung auf dem Esstisch – z.B. wenn man im Sommer mal wieder nicht weiß, was es zu Essen geben soll, ist dieses Rezept ein echter Retter. Und ein paar schöne Tage gibts dieses Jahr sicher noch!

    Die Möglichkeiten

    Man kann eine große Menge dieser Suppe vorkochen und dann nach Wunsch aufwärmen oder sogar einfrieren. Damit sie nicht nur besonders schmackhaft, sondern auch nährstoffreich wird, gießen wir mit hausgemachter Fleischbrühe auf. Dazu kommt reichlich Sommergemüse, welches zusammen mit passierten Tomaten zu einem herrlich duftenden Sud gekocht wird.

    Als Basis für diese klassische Suppe, als Pizzasauce, für saftige Teigschnecken mit Tomaten-Käsefüllung oder einfach zu Hackbällchen und Naturreis. Tomatensauce ist vielseitig in der Küche einsetzbar. Also ran an den Kochlöffel!

    Tomatensuppe – klassisch

    Zutaten

    Fett zum Anbraten
    Gemüse (Karotten, Stangensellerie, Zwiebel)
    Fleischbrühe, Gemüsebrühe oder Wasser
    Passierte Tomaten (Oder Schältomaten)
    Knoblauchzehen
    Honig oder Dattel, getrocknet (optional)
    Salz, Pfeffer, Cayenne Pfeffer, Oregano

    so wird’s gemacht

    Das Gemüse klein schneiden, Knoblauch pressen. Die Karotten in reichlich Fett (Ich nehme Olivenöl oder Rinderfett) karamellisieren, dann Zwiebel dazu und glasig dünsten. Das übrige Gemüse und den Knoblauch hinzugeben und einige Minuten mitgaren. Die Gewürze darüber stäuben (Cayenne und Oregano besser erst am Schluss dazu) und mit Fleischbrühe und passierten Tomaten aufgießen und aufkochen. Den Honig bzw. die Dattel hinzugeben.

    Ohne Deckel lange kochen, mindestens eine Stunde. Falls es zu sehr eindickt, Flüssigkeit nachgießen oder den Deckel drauflegen. Desto länger sie köchelt, desto besser schmeckt sie!

    Ich püriere die Suppe zum Schluss. Heiß servieren.

    Tipp: Selbstgemachtes Knoblauchbrot, ein knackiger Salat oder gebratenen Pilze als Einlage passen wunderbar dazu.