Herausforderungen in meiner Jugend
Ich tunke gern diese kleinen, buttrigen Plätzchen in meinen Kakao, wenn wir bei Verwandten zu Besuch sind. Oft gibt es auch Sahneschnittchen mit Erdbeeren, diese kleinen Windbeutelchen mit vanilliger Füllung oder einen Rührkuchen mit Schokoladenglasur. Selten gibt es auch etwas Herzhaftes, immerzu natürlich Kaffee und Limonade. Ich weiß nicht, ob diese Dinge selbst hergestellt wurden. Jedenfalls sahen sie überall sehr ähnlich oder gleich aus und ich habe sie ganz gern gegessen. Alle haben sie gern gegessen.
Gesundheitlich war ich eigentlich nie auffällig. Mein Übergewicht kam „einfach so“ in der Grundschule dazu. Ich esse einfach gern und bin auf dem besten Weg ein großer, schlanker Erwachsener zu werden, laut der Kinderärztin. In der Jugend gab es den Verdacht auf Skoliose. Daraufhin durfte ich für einige Wochen zu einer speziellen Massage. Später folgten dann chronische Magenschleimhautentzündung, dünne Haare, brüchige Nägel, Depression und weitere psychosomatische Erkrankungen. Keiner konnte sich erklären warum es mein Leben nicht so gut mit mir meinte.

Mit Anfang 20 versuchte ich es vegetarisch und zeitweise vegan. Ich vertrug sowieso keine Milch, bio Fleisch war nicht erschwinglich, den Eierkonsum reduzierte ich drastisch und Gemüse und Nudeln waren schon OK. Ich vertrug zu dem Zeitpunkt kaum noch Obst, kein Soja, keine Nüsse. Wenn ich zu hungrig wurde kaufte ich mir eine Tafel billige Schokolade, 250g foliertes Hackfleisch und 1 großes Ciabatta aus der Selbstbedienungstheke. Die Schokolade inhalierte ich bereits auf dem nach Hause Weg. Dann bereitete ich den Rest zu und war den Rest des Abends kaum zu gebrauchen – außer vor dem Laptop.
Ich erfuhr erst sehr spät in meinem Leben, dass meine auftretenden Hautausschläge und Geisteskrankheiten schon lange in meiner Familie kursierten. Ich war ernsthaft frustriert.
Wendepunkt
Mit der Geburt meines ersten Kindes veränderte sich mein Lebensbild schlagartig. Ich wollte sie nicht wie mich ernähren. Ich erkannte, dass das so nicht gut war und nicht dem Wachstum eines Baby entsprach. Es entsprach nicht einmal im geringsten der Anforderung einer stillenden Mutter.
Ich gab gepufftes Müsli, Mandelmilch und Avocadobrownies auf und kaufte wieder Eier. Milch. Gelegentlich Fleisch, Leberwurst. Ich kaufte mir eine Knetmaschine für Brotteig. Das Zeug aus dem Laden durfte mein Baby nicht kriegen. Butter musste her und regionaler Honig.
Ich hatte so einen großen Hunger! Auf Nährstoffe, Mineralien und ganz besonders Eier und Leberwurst.
Ich erfuhr über Sarah Schmid (Autorin von „Alleingeburt“) vom Zahnarzt und Forscher Weston Price und fand es völlig absurd, diesen traditionellen Gebräuchlichkeiten zu folgen. Desto mehr ich darüber las, desto mehr fühlte es sich jedoch richtig an. Einfach nur ein weiterer Versuch von Vielen.
Wir haben einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit
Dann bestellte ich mir schlussendlich das Buch „Ernährung und Körperliche Degeneration“ von Price. Und die größte Inspiration war hierbei die Erklärung, dass sich unsere Zellen ständig im Umbruch befinden. Das bedeutet, dass wir aktiv an unserer Gesundheit Einfluss haben und demnach auch über die Gesundheit unseres Nachwuchs mitbestimmen. Die Zeit vor der Empfängnis ist so wichtig wie alles Weitere danach. Naturvölker wussten bereits vor der modernen Medizin, wie sie ihre werdenden Mütter und Väter sowie den Nachwuchs gesund erhalten können mit natürlichen und vollwertigen Nahrungsmitteln aus der lokalen Umgebung.
Wenn wir uns mit ausreichend körperbildenden Stoffen versorgen, hat auch unser Nachwuchs den besten Start ins irdische Leben. Es muss sich nicht automatisch mit den Dingen herumplagen, die uns von den eigenen Eltern aufgebürdet wurden. Denn das ist das Ergebnis aus Fast Food, raffinierten Pflanzenölen, Konservenfutter, Weißmehl und weißem Zucker. Durch eben jene Unterversorgung im eigenen Körper können Zellen bei ihrer Teilung, zB bei einer Empfängnis, beschädigt werden. Ebenso können Kinder immense Problem im Wachstum bekommen. Und dabei waren die Sahneschnittchen mit Erdbeeren bei meinen Verwandten nur die Spitze des Eisbergs.
„Normal“ ist nicht gleichbedeutend mit „Gesund“
Da nützt auch die beste Vorsorge beim Gynäkologen nichts, wenn wir nicht die Verantwortung für uns übernehmen. Ernährung sollte wieder einen viel größeren Stellenwert in der Gesellschaft annehmen. Frisch kochen, gemeinsame Mahlzeiten einnehmen und sich die Nährstoffe auf der Zunge zergehen lassen.
Mit jedem weiteren erworbenen Fertiggericht stirbt ein Stück Kultur weg. Pfannkuchen „wie von Oma“ mit Backin, Weißmehl, Zucker, Vanillin und Tetra Pak Milch haben nichts mit traditioneller Ernährung zu tun, sondern ausschließlich mit industriellem Interesse und weitreichenden Marketing über Generationen hinweg.
Diese Dinge zu unterscheiden und zu durchblicken, scheint auf den 1. Blick herausfordernd und in manchen Teilen auch absurd. Aber genau deshalb ist es so immens wichtig darüber aufzuklären und Menschen zum Austausch zu finden.

Natürlich gibt es nicht die „eine richtige“ Ernährung. Aber es gibt eine Menge Gemeinsamkeiten rund um den Globus, von denen wir gegenseitig profitieren können. Und mit dem Hinterfragen unserer Gewohnheiten, dem „einfach mal machen“ entdecken wir für uns, ganz individuell und ohne äußeren Druck wie Werbung, die beste Ernährung für uns.
Um solchen Austausch zu fördern, biete ich Vorträge, Kräuterspaziergänge und andere Veranstaltungen zu Themen wie der traditionellen Gesunderhaltung an. Bei Fragen und Anregungen erreichst Du mich unter unser „Kontaktformular“. Zukünftige Termine findest du hier.

