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  • Kolumne: Frauengespräche

    Kolumne: Frauengespräche

    Es is(s)t zum Verrückt werden – die aberwitzige Kolumne

    Zuhause sprechen wir sehr offen über unsere Verdauung, über Weh-Wehchen und andere große Kleinigkeiten. Mir liegt die Gesundheit meiner Familie sehr am Herzen, weshalb mir die Kommunikation darüber so wichtig ist.

    Natürlich sitze ich nicht täglich mit Stift und Zettel auf dem Badewannenrand und protokolliere den Stuhlgang unserer Kinder. Und natürlich versuche ich keinen Small-Talk über Verdauungsstörungen mit Anderen zu halten – sie beginnen häufig von ganz allein.

    Erwachsene unter sich

    Ich durfte einst dem Gespräch zweier Frauen lauschen, welche mir gegenüber am Esstisch saßen. Sie unterhielten sich sehr angestrengt über diese Kohldiät aus einer Frauenklatschzeitung und darüber wie ungesund Kuhmilch sei. Irgendwann wurde ich zu den Themen befragt.

    „Hm?“, ich schaute von meinem Teller auf. „Diese Kohldiät würde ich niemandem empfehlen. Kohl und Wasser sind doch keine geeignete Nährstoffgrundlage. Da hungert man ja. Und Kuhmilch? Ja, die ist ungesund. Wenn sie aus dem Tetra Pak kommt.“

    „Genau, wegen der Massentierhaltung!“, stimmte mir eine der Frauen zu. Ich winkte vorsichtig ab „Auch, natürlich. Aber durch den industriellen Prozess werden die nährstoffreichen und guten Enzyme sowie Bakterien völlig denaturiert. Dadurch entstehen schneller Entzündungen im Körper, weil es unseren Stoffwechsel belastet. Seitdem diese H-Milch eingeführt wurde, klagen immer mehr Menschen über Laktoseintoleranz und steigen um auf laktosefreie Milch – aus dem Tetra Pak. Die körperlichen Probleme werden damit nur verschoben. Habt ihr denn Probleme mit Milch?“

    „Der Arzt meint, ich bin gesund!“

    „Nein, ich fühle mich gut und bin gesund. Beim letzten Arzt-Termin war auch alles in Ordnung.“ „Das klingt doch wunderbar, wenn es sonst keine Probleme gibt“, gab ich zurück. Ich empfand das Gespräch als beendet und wendete mich wieder meinem Teller zu.

    „Aber meine Gelenkschmerzen sind wieder schlimmer geworden“, hörte ich zögerlich vom anderen Tischende.
    „Och nee. Schon wieder?“ Beide Frauen sahen sich nachdenklich an.
    „Ich weiß auch nicht woran das liegt.“
    „Ja und bei mir spielt in letzter Zeit die Verdauung wieder verrückt. Ich trinke einfach zu wenig!“
    Ich höre im Hintergrund eine Kaffeemaschine angehen. Kurze Zeit später standen drei Tassen dampfendes Heißgetränk vor uns auf dem Tisch.

    „Milch?“ Ich lehnte dankend ab. Sich selbst und ihrer Mitstreiterin öffnete sie sogleich noch eine frische Tetra-Pak Milch und goss großzügig ein.

    „War da nicht noch was mit dieser Massentierhaltung?“, hakte ich vorsichtig nach. „Ja, aber man kann doch nicht auf alles verzichten!“ Ich zog eine Augenbraue hoch und ließ das Gespräch auf sich beruhen.

    Bedeutet Verzicht keinen Genuss erfahren zu können?

    Noch viel wichtiger als die Kommunikation ist auch die Umsetzung gesundheitserhaltender Methoden und Hausmittel. Viele beklagen im Nachgang körperliche Gebrechen, sind sich jedoch nicht ansatzweise bewusst, welche Auswirkungen Lebensmittel auf uns haben. Denn die kleinen und großen Weh-Wehchen werden schon die vielen Pillen und Arzt-Termine richten, nehme ich an?

    Wer viele gut gemeinte Dinge (wie H-Milch im Kaffee oder die Knabberpackung dazu) ablehnt, scheint auf Genuss zu verzichten. Aber den wahren Genuss findet man, meiner Meinung nach, nur in den naturbelassenen Lebensmitteln. Aromen reiches Sauerteigbrot, gehaltvolle Rohmilch, Weidefleisch, ungespritztes Obst, frische (Wild-)Kräuter, guter Kaffee… die Liste ist lang. Und so voller Genuss.

    Titelbild von seymasungr/pexels

  • Kolumne: Frankfurter Kranz

    Kolumne: Frankfurter Kranz

    Es is(s)t zum Verrückt werden – die aberwitzige Kolumne

    Es grenzt an Untertreibung, wenn ich sage „Ich bin ein schwieriger Esser.“

    Seit Jahren setze ich – unserem Alltag und dem Familienleben angepasst – die traditionelle Ernährung um. Naturbelassene, vollwertige und nährstoffreiche Lebensmittel. Es könnte nicht einfacher sein, möchte ich meinen. Aber viele sehen ihr täglich Brot in einem völlig anderen Licht. Und fühlen sich durch mich nur zu oft auf den Schlips getreten …

    Verschmähtes Mahl

    Ich erinnere mich noch sehr genau daran, als mich jemand zum Essen bei seiner Uroma einlud. „Sie macht den besten Frankfurter Kranz. Allerfeinste Buttercreme und Krokant. Und sie gibt sich heute sicher besonders viel Mühe, wenn du dabei bist.“ Ich schlucke bei dem Gedanken, versuche mich jedoch zu entspannen. Als wir bei besagter Uroma am gedeckten Tisch sitzen, fällt mir jegliche Farbe aus dem Gesicht. „Es gibt feine Lachstörtchen mit Meerrettichfrischkäse, dazu allerlei Hausgemachtes und natürlich – Frankfurter Kranz.“

    Selbstverständlich war ich dankbar für dieses herrlich kredenzte Essen! Aber das Ergebnis meines kurzen Scans ließen meinen Kopf explodieren:

    Weißmehlfladenbrot mit Zusatzstoffen wie Feuchthaltemittel, Phosphate und Zucker.
    Dazu gab es Räucherlachs aus Antibiotika Aufzucht auf einem Carrageen-Meerrettich-Schmaus mit entzündungsfördernden Rapsöl, Zucker, Stabilisatoren, fragwürdigen Antioxidationsmitteln und Dill. Der übrig gedeckte Tisch ließ mich ebenso verzweifeln. Und die Uroma verzweifelte ebenso an mir.

    „Ich… ich kann das nicht essen.“ stammelte ich nur hervor*. Die gerümpfte Nase und der verachtende Blick sprachen Bänder. Sie gab mir einen Brotkorb und Marmelade. Ich überlegte nicht lang und schmierte mir schweigsam ein Brot, um die Stimmung nicht weiter ins bodenlose zu ziehen. Währenddessen ließen es sich die anderen Familienmitglieder schmecken.

    Das Familienoberhaupt

    Dann kam das Finale – der hochgelobte Frankfurter Kranz. Ein wahrer Familienschatz! Den ließ ich natürlich nicht stehen, jedoch verneinte ich weitere Stücke. Sehr zum leid meiner geschätzten Gastgeberin. Sicher waren all diese vermeintlichen Köstlichkeiten mit Liebe zubereitet – aber zum Nachteil der ansässigen Mitvernichter. Der Kranz schien ebenso aus der Welt der Fertigprodukte zu stammen, wie das übrige Mahl. Der Krokant stammte aus der Packung, genauso wie die Buttercreme mit Fertigpulver und weißem Zucker angerührt wurde. Der trockene, vor Backpulver strotzende Rührteig gab entweder eine uneinsichtige Bäckerin oder eine schlechte Wahl der Fertigmischung preis.

    Wie dem auch sei, ich lasse mich (immer noch) zu oft verrückt machen, wenn wir zu Gast sind. Einfach weil mir gute, naturbelassene Lebensmittel mit den Jahren unheimlich wichtig geworden sind. Und es ist zum verrückt werden, wie wenig Menschen wert darauf legen! Es ist eine Investition in ihre Gesundheit – und diese sollte jedem Mensch eine Priorität sein.

    Zuhause, behaupte ich, bin ich ein „einfacher Esser“. Ein Glas frische, kalte Rohmilch mit einem knackigen Stück Obst aus der Region und eine Scheibe gebuttertes Sauerteigbrot. Herrlich, diese Einfachheit.

    *Essen verneine ich nie aus nicht-gefallen, erwähne ich dazu. Es gibt nur wenig, was ich nicht probiere. Jedoch kann ich es weder mit meiner Verdauung, noch mit meinem Hautbild vereinbaren. Durch jahrzehntelange (!) Falsch-Ernährung sollte ich mir nicht zu viele Ausnahmen genehmigen.

    Titelbild von seymasungr/pexels