Schlagwort: Getreide

  • Rezept: Zimtschnecken mit wenig Hefe

    Rezept: Zimtschnecken mit wenig Hefe

    „Kaffee machen“ musste ich erst lernen…

    Ich spreche hierbei im Folgenden übrigens nicht von der Zubereitungsart des schwarzen Bohnengetränks, sondern über die „sächsische Art und Weise“ am Nachmittag eine – überwiegend – süße Zwischenmahlzeit gemeinsam einzunehmen. Das musste ich tatsächlich erst lernen, denn dieses sogenannte „Kaffe machen“ kannte ich bisher nicht als gebürtige NRW-lerin. Da gabs halt „irgendwat“ oder „da musste halt durch“ und warten, bis es was gescheites am Abend gibt. Inzwischen möchte ich es nicht mehr missen, da dieses gemütliche beisammen sein bei einem schmackigen Heißgetränk und einem frischen Gebäckstück wirklich eine echte Pause darstellt. Häufig gibt´s diese Tradition bei uns an arbeitsreichen Tagen. Baustelle fördert den Hunger…

    „scheen sieße muss es sin“

    So besorgte ich mir ein Büchlein über die traditionelle sächsische Kaffee- und Kuchenkultur und erhoffte mir reichlich Inspiration für kommende Backstunden. Süß sind die Rezepte auf jeden Fall. So viel Zucker für Kuchen nutze ich (inzwischen) nicht mehr und versuche auch bei Kuchen und Co. auf Vollkorngetreide und Honig als Süße zurück zu greifen, bin jedoch nicht dogmatisch (Quarkkuchen schmeckt mir mit Honig einfach nicht so gut…). So passte ich die traditionsreichen Rezepte für unseren Geschmack an. Eine lange Teigruhe ist mir ebenfalls wichtig und ich verrate euch eins: das Warten lohnt sich!

    Praktisch und Lecker

    Durch meinen Jahrzehntelange Konsum amerikanischer Kulinarik aus dem Internet (welche es ebenfalls ´scheene sieße´ mögen) konnten sich auch die Zimtschnecken (sogenannte cinnamon rolls) in unsere Küche einbürgern. Ein lockerer Hefeteig mit gehaltvoller Zimtbutter, die den Teig saftig hält. Und das beste obendrauf? Eine Glasur aus Frischkäse und Ahornsirup. Die Zimtschnecken nach meinem Rezept lassen sich auch wunderbar einfrieren und gehören für mich zu unseren Familienklassikern, wenn es um die Vorbereitung für gefüllte Tage geht. Ich brauchte ein paar Jahre um das Prinzip Hefeteig zu verstehen und anzuwenden. Inzwischen habe ich ein flexibles Rezept für unseren Alltag. Schmeckt natürlich auch mit anderer Gewürzbutter oder auch herzhaft! Probierts aus.

    Rezept: Zimtschnecken mit wenig Hefe

    Zutaten

    Vorteig

    100g Mehl
    100ml Milch
    1-5g Hefe, frisch

    Die obigen Zutaten miteinander vermengen und abgedeckt bei Raumtemperatur über Nacht (8-12 Stunden) stehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat und Blasen bildet. Wenn es sehr warm sein sollte oder du flexibler sein möchtest, den Vorteig im Kühlschrank bis zur Nutzung lagern (länger als 12 Stunden, ggf. weniger Hefe nutzen).

    Hauptteig

    fertiger Vorteig
    400g Mehl (ich nehme 300g Einkorn und 200g Typ 550 Weizen)
    60-100g Butter, flüssig
    1-2 geh. El Honig
    100ml Milch (Sauer- bzw. Dickmilch geht auch)
    1 Ei
    5g Hefe, frisch (optional)
    3g Salz

    Die Zimtfüllung

    100g Butter, sehr weich
    2-3 El Honig
    1 TL Zimt
    1 Prise Salz
    1 Prise Vanille

    Optional: Frischkäse Glasur

    150g Frischkäse
    1-2 El Ahornsirup oder Honig
    1 Prise Vanille

    So wird´s gemacht

    Die flüssige, noch warme Butter mit der Milch, Honig und dem Salz vermengen und optional die frische Hefe hinzufügen (z.B. wenn es mal schneller gehen muss oder der Vorteig nicht ausreichend Aktivität zeigt). Das Ei hinzugeben und und alles zum Mehl gießen. Den Vorteig hinzufügen. Ich lasse den Teig in meiner Knetmaschine kneten, bis er sich vom Schüsselrand löst und sich weich und geschmeidig anfühlt. Wenn er zu fest scheint, ein Schluck Milch hinzugeben. Wenn er zu flüssig scheint, etwas Mehl hinzufügen.

    Den Teig gehen lassen, bis er sich vergrößert hat. In der Zwischenzeit die Zimtbutter herstellen: Hierzu die sehr weiche Butter mit Honig, Zimt, Vanille und Salz vermengen und beiseite stellen.

    Sobald der Teig ausreichend gegangen ist, diesen zu einem großen Rechteckt ausrollen und gleichmäßig mit der Zimtbutter bestreichen. Aufrollen und in Wunschdicke schneiden. Die Schnecken in eine gefettete Form geben und erneut gehen lassen, bis sie groß und fluffig sind.

    Bei 200 Grad O/U ca. 25-35 Minuten backen (je nach Ofentyp), bis sie gebräunt sind und es herrlich nach Zimt duftet.

    Für die Frischkäse Glasur den Frischkäse mit Ahornsirup (oder Honig) und einer Prise Vanille vermengen. Diese Glasur kann über die noch heißen Zimtschnecken gegeben werden. Ich reiche sie gern separat dazu.

    Alternativ schmecken so auch mit dicken Joghurt oder einfach ohne etwas dazu. Wir trinken dazu gerne frische Milch.

  • Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Viel zu tun an warmen Tagen

    Die Tage fühlen sich inzwischen lang, sonnig und warm an. Während das Gemüse in Kübeln und im Freiland langsam bei uns gedeiht, wachsen die Aufgaben ebenso weiter mit jedem Tag. Das wilde Beikraut wuchert kräftig zwischen Steckzwiebeln, Möhrrüben und Dill und bleibt für mich wohl eine begleitende Tätigkeit, die ich persönlich nicht so gern mag. Ich erfreue mich aber als Wildkräuterpädagogin über jedes neu entdecke Wunderkraut in unserem Garten! Die Vielfalt ist wahnsinnig und ich kann mich leider nicht von jedem störenden Kraut im Beet trennen, obwohl ich es oft genug später im Jahr bereue.

    Deftiges Essen zur Stärkung

    So wächst munter der Giersch, der Beifuß, jede Menge Kompass-Lattich und sogar die echte Kamille scheint dieses Jahr „zu viel“ zu werden. Toll zum Sammeln! Und obwohl sich viele bei hitzigen Temperaturen bevorzugt über leichte Kost erfreuen, merke ich an der kräftezehrenden Tätigkeit, dass mir ein bisschen Gemüs mit Soß nicht ausreichend würde.

    So gibt es heute eine feine Quiche mit Vollkornmürbeteig (lange Teigruhe für bessere Nährstoffaufnahme) und einer Füllung aus Hackfleisch, Sahne, saure Sahne, Eiern und etwas Bergkäse. Was gut rein passt? Kräuter! Von Petersilie und Dill brauch ich gar nicht mehr zu sprechen. Giersch, Brennnessel, ein bisschen Sauerampfer, vielleicht ein paar Blätter oder junge Knospen vom Wiesen-Bärenklau? Probieren geht bekanntlich über Studieren und so ist es auch mit Quiche. Hier kommt das Rezept:

    Rezept: Herzhafte Quiche mit Vollkorn und Hackfleisch

    Zutaten

    Vollkornmürbeteig (am besten schon am Vortag)

    400g Mehl
    200g Butter
    1 Eigelb
    Salz

    Aus den obigen Zutaten einen Mürbeteig zubereiten und kühl stellen. Er kann auch frisch genutzt werden.

    Füllung

    150ml Milch
    75ml Sahne

    200ml saure Sahne
    4 Eier
    300g Hackfleisch

    Salz, Peffer, Oregano, Majoran, Muskat
    Bergkäse
    Petersilie

    So wird´s gemacht

    Eine Auflaufform gleichmäßig mit dem Mürbeteig auslegen, mit einer Gabel mehrfach einstechen und bei 200 Grad ca. 10 Minuten hell ausbacken.

    In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Hierfür die Milch, Sahne und Eier miteinander verquirlen. Das rohe Hackfleisch klein zupfen und beimengen. Mit Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen kräftig abschmecken und in den vorgebackenen Teig füllen. Nach Wunsch Bergkäse reiben und drüber geben.

    Weitere 25-30 Minuten bei gleicher Hitze backen, bis die Quiche bräunt. Heiß servieren und mit Petersilie garnieren.

    Tipp: Die doppelte Portion Mürbeteig vorbereiten und im Kühlschrank lagern. So hast du für mehrere Tage die Möglichkeit eine Quiche nach deinem Geschmack zu backen!

  • Ernährung erklärt: Getreide und Antinährstoffe

    Ernährung erklärt: Getreide und Antinährstoffe

    Das moderne Problem

    Es gibt immer mehr Menschen mit Allergien bis hin zu völligen Unverträglichkeiten (z.B. Zöliakie). Das Problem was viele nicht sehen: Es liegt nicht am Getreide, dass wir es allmählich nicht mehr vertragen. Sondern am Umgang mit unseren Nahrungsmitteln.

    Der richtige Umgang

    Der Mensch hat über die Zeit seiner Existenz viele Dinge und Methoden ausprobiert, um das heimische Nahrungsangebot an ihn und seiner Verdauung anzupassen. Viele Nahrungsmittel enthalten, wie z.B. Getreide, sogenannte Antinährstoffe. Für die Pflanzenwelt sind diese unabkömmlich, sie wirken u.a. als Schutzmechanismus gegenüber Fraßfeinden. Durch Ausprobieren und Zufall konnten jedoch Methoden entwickelt werden, um das Getreide für unseren Stoffwechsel besser verwertbar zu machen.

    Traditionelle Zubereitungsmethoden

    Einweichen, Säuern, Rösten, Keimen. Je nach Art des Rezeptes und des verwendeten Getreides können wir uns für eine oder mehrere Methoden entscheiden. „Overnight Oats“ waren nie ein neu dazugekommener Trend – geflocktes Getreide in einem sauren Milieu (wie z.B. Joghurt) einweichen zu lassen wurde bereits lange vor sozialen Netzwerken publik. Wer sich für traditionelle Zubereitungsmethoden interessiert, findet auf meiner Webseite nicht nur Rezepte sondern auch empfohlene Adressen und Bücher dazu. Weitere Beiträge dazu folgen laufend.

    Vollkorn statt Auszugsmehl

    Wer liebt sie nicht – fluffig, weiche Teilchen vom Bäcker. Gefüllt, ungefüllt, mit oder ohne Streusel. Eine Scheibe Toast zu Rührei, Brötchen zum Sonntagsfrühstück. Mittag schnell ein paar Brote für unterwegs geschmiert. Backwaren sind heute längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Mit sichtbaren Folgen für uns alle: Zahnfehlstellungen und Karies, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Hautleiden wie Neurodermitis, Diabetes. Krankheiten die auch unsere Kleinsten nicht mehr verschonen.

    Mögliche Ursachen

    Eine Ursache könnte, neben der inkorrekten Zubereitungsmethode, die Unmengen an uns aufgetischten minderwertigen Auszugsmehlen sein. Frisch gemahlenes Vollkorn, mitsamt dem aktiven Keimling, bringt das reine Naturprodukt mitsamt dem vollen Nährstoffprofil in unsere Zellen. Das Gesamtpaket unterstützt nicht nur die Nährstoffaufnahme und sorgt für bessere Verdaulichkeit – es unterstützt auch den korrekten Stoffwechsel in unserem Körper und verhindert die Blutzucker Achterbahn.

    Auszugsmehle können dies nicht bieten und schädigen in hohem Maße, wenn reichlich konsumiert. Sie bieten Pilzen und schlechten Bakterien in unserem Verdauungstrakt eine reichhaltige Grundlage und fördern zudem eine Unterversorgung im ganzen Körper – das Gehirn mit eingeschlossen.

    Eine Getreidemühle bereichert unsere Küche seit 2021

    Die Produktion eines Standard Brot aus dem Supermarkt

    Man nehme einen X-beliebigen Teig aus einem Auszugsmehl der Wahl, vornehmlich Weizen. Es wird mit Wasser, Salz, einem Triebmittel wie Hefe oder Sauerteig vermischt. Doch hier liegt bereits die Herausforderung: Getreide bzw. das Mehl daraus ist ein naturbelassenes Produkt. In der Industrie werden Schwankungen während der Herstellung und der späteren Qualitäts- und Gleichheitskontrolle nicht gern gesehen. Auch ein Verderb bei längerer Lagerung sollte deutlich eingeschränkt werden.

    Hierfür entnimmt man dem gemahlenen Getreide den Keimling (der auch maßgeblich Anteil am korrekten Stoffwechsels in unserem Körper hat), erhitzt diesen, damit es über einen längeren Zeitraum lagerfähig wird. Im Anschluss wird der inaktive Keimling dem Mehl wieder hinzugefügt, um es als „Vollkorn“ deklarieren zu können. Hinzu kommen allerlei „Mehlverbesserungsmittel“, damit das Mehl z.B. schön hell bleibt, der Teig besser aufgeht, die Porengröße beeinflussbar wird…

    Es wird eine große Menge Hefe hinzugefügt, denn man hat nicht viel Zeit. Der Sauerteig bringt die typische Säure für kräftigeres Brot mit. Dann wird es nach kurzer Reifezeit gebacken und in die Märkte geliefert. Fertig ist der schwer verdauliche, entzündungsfördernde und Blutzuckerunfreundliche locker-leichte Gebäckgenuss mit Folgen. Hungrig geworden? Oder eher nachdenklich?

    Zurück zum nährendes Genuss

    Ab und an ein Teilchen vom Bäcker zu verzehren gehört für viele zum Leben dazu und ergänzt unseren Genuss. Brot, Brötchen und Co. aus dem heimischen Ofen lassen uns nicht nur die Eigenverantwortung für unsere Nahrungsmittel wiedererlangen, sondern fördern auch die Gesundheit und Lebensqualität.

    Wer selbst schon Brote für Familie und Freunde gebacken hat, kennt die Magie hinter frisch Gebackenem (am besten noch warm!). Wer lust bekommen hat, seine eigenen Brötchen zu backen findet hier ein Rezept für einfache Vollkornbrötchen über Nacht. Durch den unkomplizierten Teig und der lange Gehzeit bleibt man flexibel am Backtag und das Ergebnis sind aromatische Brötchen mit Biss – Genuss ohne zu beschweren!

  • Rezept: Vollkornbrötchen über Nacht

    Rezept: Vollkornbrötchen über Nacht

    Alleskönner Brötchen

    Heute gibt es ein Rezept für Liebhaber des Unkomplizierten: Brötchen. Ob zum Frühstück, zur abendlichen Brotzeit, unterwegs oder einfach zwischendurch wenn der Hunger zwickt – Brötchen haben wir gerne auf Vorrat da. Sie lassen sich wunderbar einfrieren für einen späteren Zeitpunkt und halten selten auch mal für fehlende Burgerbrötchen her. Es sind eben Alleskönner!

    Vom Korn zum Mehl

    Für das Rezept mahle ich das Getreide frisch mit unserer Getreidemühle. Die Anschaffung hat sich damals für uns gelohnt und die Mühle ist seitdem wöchentlich im Einsatz. Eine Alternative zur heimischen Mühle gibt es inzwischen in vielen Großstädten mit (Unverpackt-)Läden. Dort kann man das ausgesuchte Getreide direkt nach Wunsch mahlen und mitnehmen. Mit einer gut ausgestatteten Küchenmaschine lässt sich Getreide ebenfalls zerkleinern – das Ergebnis kommt jedoch an keine Mühle heran.

    Ein gutes Bio-Vollkornmehl reicht ebenfalls für den Anfang aus, falls es keine Gerätschaften in der Art gibt. Probier dich aus! Teig aus dem heimischen Ofen schmeckt immer.

    Flexibel bleiben mit langer Gare

    Diese Brötchen bilden DAS Standard-Rezept in unserem Haus und man kann es flexibel in den Alltag einbauen durch die lange Reifezeit. Das Ergebnis sind krosse Brötchen mit aromatischem Eigengeschmack – je nach verwendeter Getreidesorte. Aber genug erzählt, es ist Zeit zum Ausprobieren!

    Rezept: Vollkornbrötchen über Nacht

    Zutaten

    5g Hefe, frisch
    700g Wasser (Optional + 1 EL Molke/Joghurt*)
    1kg Mehl (Vollkorn, am besten frisch gemahlen)
    24g Salz
    Optional: 1 EL Honig oder Rübensirup

    Die Hefe im Wasser (+ Molke/Joghurt) auflösen. Übrige Zutaten hinzugeben und solange kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst (Roggen bleibt klebrig – erwünscht!).

    Den Teig in eine geölte Teigschüssel geben, abdecken und für ca. 12-24 Stunden im Kühlschrank lagern, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

    Nach der Reifezeit den Backofen mit Blech auf 240 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

    Den Teig vorsichtig aus der Schüssel auf die Arbeitsfläche gleiten lassen. Brötchen in gewünschter Größe abstechen und in Form bringen.

    Die Teiglinge auf dem Blech verteilen, ggf. mit Wasser besprühen und je nach Größe in ca. 12-20min. knusprig backen.

    *Dient zur besseren Säuerung des Teiges. Alternativ kann die gesamte Flüssigkeit durch Molke, Sauermilch oder Buttermilch ersetzt werden. Dann auf die Teigkonsistenz achten, jedes Mehl nimmt unterschiedliche Mengen Flüssigkeit auf.