Kategorie: Sauerteig und Dost

  • Mit Kräutern durchs Jahr: Giersch

    Mit Kräutern durchs Jahr: Giersch

    Allgemeines

    Zipperleinskraut, Geiß- bzw. Ziegenfuß oder Gärtnerschreck. Giersch hat viele berüchtigte Namen, denn er ist kaum aus dem Garten zu bekommen – auch nicht aus unserem! Anstatt ihn zu bekämpfen sollten wir uns Gedanken darüber machen, weshalb das grüne Kraut in manchen Gärten so üppig wächst. Nach manchen Aussagen bedeutet die Präsenz solcher Unkräuter, dass wir Menschen genau diese für unsere Gesundheit benötigen. Und gerade der Giersch strotzt nur so vor vielerorts ungenutztes Potential. Er wird seit langer Zeit aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften als Küchen- und Heilkraut geschätzt.

    So erkennst du ihn

    Dreikantiger Stängel, Dreimal verzweigt und 3 Blätter am Ende eines jeden dieser Stängel. Beim zerreiben riechen die Blätter nach einer Mischung aus Petersilie, Karotte, manche meinen auch nach Sellerie. Als Doldenblütler bildet der Giersch im laufe seiner Entwicklung eine ansehnliche Dolde mit vielen weißen Blüten – ein Schmaus für die Insektenwelt!

    Tipps zum Sammeln und Trocknen

    Frische, junge Gierschblätter (oder getrocknet) können als Tee verwendet werden. Da der Tee recht würzig ist, empfiehlt er sich in einer Mischung. Ausprobieren lohnt sich. Rudi Beiser empfiehlt in seinem Buch „Tee aus Kräutern und Früchten“ das Kraut in Stoffwechselanregenden Teemischungen zu verwenden. Reiner Gierschtee sollte nur wenige Minuten ziehen. Fürs Trocknen gilt: zügig und dunkel.

    Anwendung

    Als Küchenkraut schmecken natürlich die jungen Blätter und Triebe am besten. Sie passen herrlich in einen Kräuterquark und ergänzen wunderbar einen klassischen Blattsalat. Wie wäre es mit einer Blattspinatlasagne und einer Extraportion Wildkräuter in der Füllung? Das Kraut bringt Abwechslung ins Omelette oder Rührei, es geht aber auch im Alleingang als Beilage zu Kartoffeln oder überbacken mit einer hellen Soße.

    Als Heilpflanze wird der Giersch seit langer Zeit zur Anregung des Stoffwechsel genommen. Er wirkt darüber hinaus entzündungshemmend und harntreibend, weshalb er unterstützend bei Rheuma und Gicht angewendet wird. Ein Gierschbad kann Rheumaschmerzen lindern und hilft gegen Krampfadern.

    Noch eine persönliche Geschichte

    Bei einem meiner Kräuterspaziergängen erzählte mir eine ältere Dame davon, dass sie ausgerechnet jetzt im Urlaub ihre Wassertabletten vergessen hatte und jetzt nach Alternativen suchte. Ihre Beine und Füße schmerzten jeden Abend nach den Wanderungen. Ich erklärte ihr, dass ein Gierschtee behilflich sein könnte, aber einen konkreten ärztlichen Rat könnte ich ihr nicht geben. Sie bat mich nun täglich (wir übernachteten im selben Haus) drum, ihr die frischen Kräuter zu bringen. Und nachdem sie täglich Giersch-Brennnesseltee (z.T. mit Melisse, Frauenmantel, Schafgarbe…) zu sich nahm, stellte sich über Nacht Verbesserung ein. Sie hatte auch den Eindruck, dass die Wassereinlagerungen nicht mehr ganz so schlimm waren.

    Für jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen

    Die Geschichte wird mir ewig in Erinnerung bleiben! Die Dankbarkeit der Dame war herzerwärmend und bestätigte mir wieder, wie wichtig es ist über die kleinen Beikräuter zu unterrichten. Für Jeden und für jedes Zipperlein ist eben ein Kraut gewachsen.

    Tipp: Wer das Kraut regelmäßig mäht kann bis in den Herbst von den jungen Pflänzchen profitieren. Lecker!

  • Rezept: Tomatensuppe – klassisch

    Rezept: Tomatensuppe – klassisch

    Der Herbst ist da!

    Mit Ach und Krach zog er plötzlich in unser Fachwerkhaus ein. Jetzt weht wieder ein frischer Wind in unserem „Altbau“, aber ein Glück haben wir noch Erinnerungen an heiße Tage. Die nur noch wenig belaubten Tomatensträucher lassen ihre Früchte stolz herunterhängen und bieten sich uns Spaziergängern regelrecht an.

    Aber nicht nur an kalten, sondern insbesondere an den wärmeren Tagen im Jahr entscheiden wir uns gern häufiger für eine klassische Tomatensuppe. Sie bietet natürlich auch übers ganze Jahr immer eine willkommene Abwechslung auf dem Esstisch – z.B. wenn man im Sommer mal wieder nicht weiß, was es zu Essen geben soll, ist dieses Rezept ein echter Retter. Und ein paar schöne Tage gibts dieses Jahr sicher noch!

    Die Möglichkeiten

    Man kann eine große Menge dieser Suppe vorkochen und dann nach Wunsch aufwärmen oder sogar einfrieren. Damit sie nicht nur besonders schmackhaft, sondern auch nährstoffreich wird, gießen wir mit hausgemachter Fleischbrühe auf. Dazu kommt reichlich Sommergemüse, welches zusammen mit passierten Tomaten zu einem herrlich duftenden Sud gekocht wird.

    Als Basis für diese klassische Suppe, als Pizzasauce, für saftige Teigschnecken mit Tomaten-Käsefüllung oder einfach zu Hackbällchen und Naturreis. Tomatensauce ist vielseitig in der Küche einsetzbar. Also ran an den Kochlöffel!

    Tomatensuppe – klassisch

    Zutaten

    Fett zum Anbraten
    Gemüse (Karotten, Stangensellerie, Zwiebel)
    Fleischbrühe, Gemüsebrühe oder Wasser
    Passierte Tomaten (Oder Schältomaten)
    Knoblauchzehen
    Honig oder Dattel, getrocknet (optional)
    Salz, Pfeffer, Cayenne Pfeffer, Oregano

    so wird’s gemacht

    Das Gemüse klein schneiden, Knoblauch pressen. Die Karotten in reichlich Fett (Ich nehme Olivenöl oder Rinderfett) karamellisieren, dann Zwiebel dazu und glasig dünsten. Das übrige Gemüse und den Knoblauch hinzugeben und einige Minuten mitgaren. Die Gewürze darüber stäuben (Cayenne und Oregano besser erst am Schluss dazu) und mit Fleischbrühe und passierten Tomaten aufgießen und aufkochen. Den Honig bzw. die Dattel hinzugeben.

    Ohne Deckel lange kochen, mindestens eine Stunde. Falls es zu sehr eindickt, Flüssigkeit nachgießen oder den Deckel drauflegen. Desto länger sie köchelt, desto besser schmeckt sie!

    Ich püriere die Suppe zum Schluss. Heiß servieren.

    Tipp: Selbstgemachtes Knoblauchbrot, ein knackiger Salat oder gebratenen Pilze als Einlage passen wunderbar dazu.