Ich habe den Getreide-Dschungel hinter mich gelassen.
Ihr kennt sie vielleicht schon, diese aufgeblähten Lektüren über Weizen-Wampen, Low-Carb und Paläomoden, aber auch die Vollwertverfechter, die tagein tagaus ihre gesprossenen oder eingeweichten Rohkostsämereien vertilgen und natürlich Menschen, die sich schlicht nicht dafür interessieren und täglich ihr hochverarbeitetes Weißmehlbrötchen aus der Kantine oder dem Discounter verspeisen.
Ich habe es versucht. Mit dem Frischkornbrei à la Dr. Bruker, dem berühmten Müsli nach Bircher-Benner, Musmehl und den gesäuerten Getreidebreien nach traditionell ursprünglicher Art, moderne Getreidepops mit Mandelmilch und und und. Seitdem es mit fermentiertem Buchweizenbrei in der Beikostzeit (wieder) NICHT geklappt hat, war ich die kläglichen Speisereste satt, die solange im Kühlschrank dümpelten, bis sie mich mit erhobenem Haarschopf anstarrten. Die Gesichter meiner Familie schliefen regelmäßig ein, wenn ich aus der Küche rief: „Ich hab´s! Dieses Mal schmeckt es WIRKLICH!“.
5 Jahre habe ich benötigt um Rezepte zu finden, die sich für meine Familie und mich eignen. Wir sind stetig auf der weiteren Suche, aber unser Repertoire an nährstoffreichen (Getreide-) Gerichten hat sich deutlich vergrößert. Auch wenn für uns Getreidebreie und Müslis unpassend sind, obwohl sie (zumindest ersteres) als gesundheitsförderlich und traditionell gelten, habe ich kein schlechtes Gewissen sie einfach wegzulassen. Dafür haben wir andere Speisen für uns gefunden und klassisches Brot ist und bleibt der absolute Favorit für uns als Familie.

Damit ihr nicht wie ich Jahrelang an Recherche und Ausprobieren benötigt, um das „Richtige“ für euch und eure Familie zu finden, möchte ich euch heute eine kleine Auswahl unserer Favoriten mitgeben.
Rezept: Sauerteig-Schmarrn
Zutaten
Weizensauerteig, weich angerührt und mild
Schmand, Quark oder Creme Fraiche
Eier
Natron
Honig
Salz, Vanille, Zimt
optional: eingeweichte Trockenfrüchte
Zubereitung
Den Sauerteig mit dem Schmand oder der Creme Fraiche verrühren. Wenn die Eier getrennt werden: Das Eigelb mit zum Sauerteig geben und das Eiweiß steif schlagen und unter die Masse heben. Andernfalls die Eier einfach mit in den Teig rühren. Mit Honig auf Wunsch süßen. Eine Prise Natron hinzugeben.
Eine Pfanne mit reichlich Butter/-schmalz auf mittlerer Stufe heiß werden lassen und den Teig hineingießen. Wie beim klassischen Kaiserschmarrn den Teig stocken lassen, eventuell einen Deckel drauf geben. Die eingeweichten Trockenfrüchte über den Teig geben, wenn der Boden schon etwas gestockt ist. Dann den Schmarrn umdrehen, kurz stocken lassen und mit zwei Gabeln auseinander pflücken und heiß servieren.
Tipp: Serviere den Schmarrn mit Sahne, Obstkompott oder Schokobutter.
Unser 2. Familienfavorit sind WAFFELN (Rezept hier auf meiner Webseite) mit eingeweichtem Mehl.
Wenn du kein Sauerteig zur Hand ist, kein Problem! Der Vorteig besteht nur aus Mehl und Milch. Für eine besserer Verdaulichkeit gibst du noch einen EL Joghurt oder Buttermilch hinzu und lässt ihn bei Raumtemperatur stehen. Das ist die – für mich – einfachste Methoden ganz unkompliziert eine der traditionellen Zubereitungsmethoden im Alltag zu nutzen. Die Waffeln aus Vollkornmehl schmecken aromatisch, liegen nicht so schwer im Magen wie die übliche Weißmehlvariante und halten lange satt. Natürlich kannst du auch die Hälfte des Vollkorns durch helleres Mehl austauschen, um dich ranzutasten.
Das letzte Rezept ist herzhaft und darf bei keiner Familienfeier im Freien fehlen – KRÄUTERBUTTERBAGUETTE (Link zum Rezept bald hier).
Natürlich schmeckt das Baguette auch einfach pur genossen herrlich. Dazu ein bunter Salat, gebackener Feta oder Camembert, eine kräftige Kartoffelsuppe oder… du siehst, es gibt immer eine Möglichkeit um ofenfrisches Baguette zu servieren. Selbst unsere Jüngsten mögen die Kräuterbutter, sogar wenn ich etwas frischen Knoblauch hineinreibe. Die reine Vollkornvariante kann als eigene Mahlzeit dienen, ich ersetze einen Teil des Vollkorns gerne durch Auszugsmehl. Den Kompromiss gehe ich gern ein – denn gerade an heißen Sommertagen möchte man gern ein locker-leichtes Brot dass dem Original nah kommt. Durch nährstoffreiche Beilagen und die Füllung aus würziger Butter fällt ein bisschen Auszugsmehl nicht ins Gewicht. Ausgewogen sollte es sein 🙂